K&K Philharmoniker aus Wien

Niveauvolle Strauss-Gala in der Stadthalle Kassel

Tanzeinlagen: Das K&K Ballett ergänzte das musikalische Erlebnis der K&K Philharmoniker in der Kasseler Stadthalle mit farbenfrohen Darbietungen. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Auf dem Wiener Zentralfriedhof liegen ihre Ehrengräber nebeneinander. Zu Lebzeiten waren sie Freunde: Johannes Brahms und Johann Strauss, der ihm „Seid umschlungen, Millionen“ gewidmet hat.

Schwärmerische Melodien und Moll-Wendungen machen das Stück  zum würdigen Geschenk für Brahms.

Bei der Johann-Strauss-Gala mit den K&K Philharmonikern in der Kasseler Stadthalle glänzte der besagte Walzer als Schmuckstück. Zu Recht gelten die Tournee-Konzerte der K&K Philharmoniker als künstlerisch ernst zu nehmende Größe: ein makellos aufspielendes Orchester, hier geleitet vom österreichischen Dirigenten Martin Kerschbaum, der den richtigen Sinn für die Kniffe dieser Musik mitbrachte.

Einen kleinen Schwerpunkt widmete man Josef Strauss, dem jüngeren Bruder von Johann. Ein überraschend melancholischer Ton ist Josefs Kompositionen zu eigen. Wie im „Delirien-Walzer“, wo erregte Tremoli und chromatische Akkorde einen Hauch von Wagner verbreiteten.

Als Gemeinschaftsproduktion von Johann und Josef kam die „Pizzicato-Polka“ vorbeigezupft. Als flottes Schmankerl zündete auch Johanns „Tritsch-Tratsch-Polka“. Und bei Franz von Suppés Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“ drehten die Blechbläser mächtig auf. Perfekt wurde das Vergnügen durch das stilvolle K&K Ballett, das in wechselnden Kostümen ein zärtliches Duo wie eine witzige Brautschau-Szene parat hatte.

Drei Desserts gab es für die 700 Zuhörer: einen zünftigen Marsch des Orchestergründers Matthias Georg Kendlinger, den Donauwalzer (mit blütenweiß gewandeten Tanzpaaren) und zum Mitklatschen in verschiedenen Lautstärkegraden den Radetzkymarsch. Gebührend kaiserlich-königlicher Beifall.

Von Georg Pepl

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