Die skandinavische Band Euzen sorgte im Kulturzentrum Schlachthof für einen Abend der Kontraste

Wo es noch das Geheimnis gibt

Elfenhaft-exaltierter Gesang: Euzen-Frontfrau Maria Franz im Schlachthof. Foto: Malmus

KASSEL. Es war Dienstag, doch Maria Franz fühlte sich, als wäre es ein Samstag. Wenn sich die norwegische Sängerin ans Publikum wandte, versprühte sie eine Lustigkeit, die einen taghellen Kontrast zur Musik der skandinavischen Band Euzen bildete. Über deren jüngstes Album „Sequel“ meinte ein Rezensent, es sei so geheimnisvoll wie ein mitternächtlicher Trip zu den Elfen.

Überhaupt gab es im Kulturzentrum Schlachthof viele Kontraste für 50 Zuhörer, die den Abend mit Jubel aufnahmen, auch wenn sich während des Konzerts fast niemand in die unmittelbare Nähe des Podiums wagte. Zart und hart, romantisch und fortschrittlich war die mit Aufwand und Professionalität gemachte Klangwelt.

Faszinierende Stimme

Ein elfenhaft-exaltierter Gesang kam von Frontfrau Maria Franz- eine faszinierende Stimme, die mit Björk verglichen wird und hier auch mal via Loops zum Chor vervielfacht wurde. Einen dichten Sound webte die Band um den dänischen Keyboarder und Elektroniktüftler Christopher Juul.

Vater Harald Juul war für die Gitarre und andere Saiteninstrumente zuständig, Jon Pold Christensen für den Bass. Drummer Kristian Uhre trommelte einen dynamisch abgestuften Part - Kraft inbegriffen. Mit abwechslungsreichen Songstrukturen, die vom lieblichen Piano-Geklingel bis zu bizarren Effekten viel boten, suchte man die großen Gefühle.

Nachdenkliche Themen fehlten nicht. Zum Beispiel in „Judged By“ die menschliche Neigung zum Bewerten. Wer ein Ungenügen an der Pop-Normalität empfindet, kann nur zu dem Urteil kommen, dass Euzen klasse sind.

Von Georg Pepl

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