Es hat noch geschmeckt: Matthias Lohr über den „Tatort“ aus Münster

Man kann nur eins an diesem Münster-„Tatort“ aussetzen: Er kam vier Monate zu spät. Die „Spargelzeit“, während der Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) ermittelten, endete im Juni. Aber auch so hat der von Manfred Stelzer (Regie) zubereitete Krimi noch geschmeckt.

Autor Peter Zingler, der das Drehbuch mit Jürgen Werner geschrieben hat, kennt die richtigen Zutaten. Der Frankfurter begann seine berufliche Laufbahn als Einbrecher und verbrachte einige Zeit in „internationalen Gefängnissen“, wie es auf seiner Webseite heißt. Der Krimi-Mann vom Fach ließ Thiel dessen Vater (Claus D. Clausnitzer) als Mordverdächtigen einsperren: Der Taxifahrer hatte nachts Spargel gestohlen, während die Frau des Hofbesitzers erstochen wurde.

Das ist der Komödien-Stoff, aus dem der Münster-„Tatort“ traditionell gemacht ist. Manchen geht das Gekasper zwischen Thiel und Boerne ja auf die Nerven. Andererseits tut dies der Krimireihe mit all den bedeutungsschwer ermittelnden Kommissaren immer noch gut. Zumal diesmal auch der Ernst und die Tiefe nicht fehlten. Jörg Hartmann, der gerade in der ARD-Serie „Weissensee“ glänzt, spielte eindrucksvoll den Spargelkönig, dessen Tochter vergewaltigt wurde und dessen Familie daran zerbricht.

Am Ende war einer der Täter, von dem man es nie erwartet hätte. Wahrscheinlich sendet die ARD Weihnachten einen „Tatort“, in dem der Osterhase der Mörder ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.