documenta 14: Noch zehn Monate bis zur Eröffnung in Athen

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Schauplatz der documenta 14 in Athen: Das Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST).

Athen. In Athen ist die documenta 14 noch unsichtbar - aber in der Kunstakademie ist die Erwartung hoch.

In nur zehn Monaten, am 8. April 2017, öffnet die documenta 14 in Athen. Bislang ist die Ausstellung unsichtbar in der Stadt, nicht nur weil für griechische Verhältnisse die Weltkunstschau zeitlich sehr weit entfernt ist. Was genau in Athen gezeigt wird, darüber hüllt sich auch die d14 noch in Schweigen. Künstler inspizierten aber bereits verschiedene Orte für ihre Ausstellungen – unter anderem das Nationale Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST).

Nur wenige Athener und wenige Journalisten wissen bislang um die 100-tägige Ausstellung 2017. Bei einer Präsentation in der Panteion-Universität war so gut wie keine Presse anwesend, das Publikum bestand fast ausschließlich aus Wissenschaftlern, Kunst- und Anthropologiestudenten.

Eine Linie zwischen den Städten Athen und Kassel kennzeichnete den Auftakt von Adam Szymczyks Präsentation. „Das kann eine Menge Dinge darstellen: einen Blitz, einen Riss, einen Bruch“, sagte der künstlerische Leiter der d14. De facto sei es die Google-Maps-Strecke von Kassel nach Athen - mehr ein verbindendes Element, als ein Riss. Schon jetzt hat Szymczyk der d14 mit dem Motto „Von Athen lernen“ seinen Stempel aufgedrückt. Dieser momentane Arbeitstitel betone den Entstehungsprozess, der vor allem im Athener Magazin „South As A State Of Mind“ sichtbar werde.

Beim zweiten Heft stünden die Themen Identität, Schweigen und Masken im Mittelpunkt. Die Zeitschrift diene als ein Werkzeug und Ort des Austauschs, aus dem heraus die Ausstellung selbst entwickelt werde. Am engsten arbeiten bislang die Kunsthochschulen zusammen. Regen Austausch gibt es im Projekt „Learning From documenta“, in dem Sozialwissenschaften und Kunst kooperieren: Die Anthropologin Eleana Yalouri (Panteion University) und Kunstprofessorin Elpida Rikou (Athens School of Fine Arts) möchten Raum für Diskussionen bieten, um mit- und voneinander zu lernen. Der Dialog mit der griechischen Gesellschaft habe begonnen, aber es sei ein langer Weg zu gehen, sagt Rikou.

Partner sind Dozenten und Professoren auch aus Wien, Manchester, Bordeaux, Oslo, von der Goldsmiths University of London und der University of California in Irvine.

Für die griechische Hauptstadt sei die d14 in jedem Fall ein großer Gewinn, glaubt Rikou. An einem Ort der Unsicherheit und der an allen Ecken sichtbaren Krise sei es eine Ehre zu zeigen, dass trotzdem oder vielleicht gerade deshalb Kultur und Kreativität lebendig seien, sagen die Forscherinnen. Dabei gehe es um die Verbindung von Kunst, Aktivismus und Anthropologie.

„Kassel wird immer die Heimatstadt der documenta sein“, ist Rikou überzeugt. „Aber schon bei der d13 gab es Verbindungen nach Ägypten und Kabul. Das tragen wir in der d14 mit Athen noch einen Schritt weiter.“ Ziel sei, Athen attraktiver zu machen und auch die lokale Kulturpolitik zu beeinflussen, indem die künstlerische Szene in den Vordergrund tritt.

Mehr dazu im Internet.

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