Normalo als Pelzfuß: Vor 75 Jahren erschien „Der Hobbit“

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Seit 75 Jahren auf Erfolgsreise: Bilbo Beutlin - hier Martin Freeman im Hobbit-Film.

Er ist der Urahn des modernen Fantasy-Kults. Vor 75 Jahren erblickte ein pelzfüßiges Wesen die Weltöffentlichkeit, das alsbald die Herzen einer großen Anhängerschaft eroberte und unzählige literarische Nachahmer auf den Plan rief: „Der Hobbit“.

Schriftsteller John Ronald Reuel Tolkien veröffentlichte am 21. September 1937 den Roman. Rund um die Geschichte des pfeifchenrauchenden Gemütlichkeitsliebhabers, der hinaus in die Welt muss, entwarf er einen komplexen Abenteuerkosmos, der bis heute lebendig ist. Vielleicht sogar mehr denn je.

Was ist eigentlich ein Hobbit?

Die Hobbits sind ein Volk aus etwa 1,20 Meter großen Persönlichkeiten, die im Auenland in Höhlen leben. Tolkien (1892-1973) hat um sie herum eine Mythologie aus Völkern, Sprachen und Kriegen gebaut, die im „Hobbit“ und der Trilogie „Der Herr der Ringe“ aufgefächert wird. Im Zentrum des Ursprungs-Buches steht: Bilbo Beutlin.

Worum geht es in „Der Hobbit“?

Bilbo erhält Besuch von einer schrägen Truppe aus Zwergen und dem Zauberer Gandalf, die ihn auffordern, mit auf eine Reise zu kommen, um - wie könnte es anders sein - dem Drachen einen Schatz zu entreißen. Bilbo überwindet sein Bedürfnis nach geruhsamem Alltag und begibt sich auf die Reise, die ihn zu bösen Orks, großherzigen Elben, Trollen und der finsteren Kreatur Gollum führt, die von jenem Ring besessen ist, der später in Tolkiens Ring-Trilogie im Zentrum stehen wird. Dot taucht Bilbo wieder auf - im stolzen Alter von 132 Jahren macht er sich auf in das Land der Unsterblichkeit. Das ist selbst für Hobbits alt, die immerhin erst mit 33 mündig werden.

Warum sind Hobbits zur beliebtesten Spezies im Fantasy-Universum geworden?

Sie gelten nicht als die intelligentesten, sind aber clever. Sie lieben Heim und Herd und setzen sich ungern Situationen aus, wo es nass und kalt ist und der Essensnachschub ins Stocken gerät. Kurzum: Wer könnte nicht mit ihnen fühlen? Tolkiens leicht untersetzte Helden sind Normalos - ein Coup in Sachen Identifikationsangebot.

Was ist Tolkiens Erfolgsgeheimnis?

Er wird von Kindern wie Erwachsenen gern gelesen, seine Werke sind angenehm komplex, aber gut verständlich. Wer ein Fantasy-Freak ist, lernt elbisch und kann das Ring-Gedicht auswendig herunterbeten, wer nicht so tief einsteigt, erlebt trotzdem toll erzählten Abenteuerstoff. Die weltweiten Verkaufszahlen von Hobbit und Ring-Trilogie werden auf 100 und 150 Millionen Exemplare geschätzt.

Peter Jackson verfilmt das Buch gerade. Was ist da zu erwarten?

Superlative. Nichts weniger. Mit seiner Ring-Trilogie hatte der Neuseeländer 2001 bis 2003 Maßstäbe gesetzt - Schlachtenszenen, Naturerlebnis, komplexe Figuren, Hochspannung, technisch brillant - und 17 Oscars abgeräumt. Auch „Der Hobbit“ wird ein Dreiteiler - Start für „Eine unerwartete Reise“ ist am 13. Dezember. Die Hauptrolle spielt Martin Freeman, zuletzt Dr. Watson im TV-Krimi „Sherlock“. Jackson dreht in der brandneuen Hochfrequenz-Bildraten-Technik - mit 48 statt 24 Bildern pro Sekunde. Das macht das Filmerlebnis noch intensiver.

Von Bettina Fraschke

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