Von Northeim bis Barcelona: Die Sommerhits der Saison

Früher klangen Sommerhits nach dem Mittelmeer. Mittlerweile gibt die Electronic Dance Music (EDM) den Takt an - wie im Fall des DJs Felix Jaehn. Ein Überblick über die Hits 2015.

Anfang Juni legte Felix Jaehn noch auf dem Hessentag in Hofgeismar auf, Donnerstag wurde er in New York bejubelt, und nun hat der DJ aus Mecklenburg-Vorpommern auch noch den inoffiziellen Titel des Sommerhit-Meisters sicher: Laut GfK Entertainment ist sein „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ der Sommerhit 2015.

Die Marktforscher haben herausgefunden, dass seine poppige Elektronik-Version des 32 Jahre alten Hits der Soul-Sängerin Chaka Khan und der US-Funk-Band Rufus nicht nur im Radio und in den Clubs hoch und runter gespielt wird. Sie hat auch eine eingängige Melodie, ist zum Tanzen geeignet, verbreitet Urlaubsstimmung, stand auf Platz eins der Charts und stammt von einem Künstler, der im letzten Sommer noch unbekannt war - das sind die GfK-Kriterien für einen Sommerhit. Wir stellen Jaehns Lied und Alternativen vor.

Für alle: „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ (Felix Jaehn, Jasmine Thompson).

Drei junge Deutsche aus der Provinz, die in diesem Sommer die Charts aufmischen: DJ Felix Jaehn (20) aus Mecklenburg-Vorpommern ...

Ein sanfter, mittelschneller Beat, chillige Atmosphäre, die melancholische Stimme der 14-jährigen Britin Jasmine Thompson und ein Xylofon - fertig war Jaehns zweiter großer Hit dieses Jahres. Bereits im Juli stürmte der 20-Jährige mit dem Remix „Cheerleader“ des jamaikanischen Sängers Omi Platz eins der US-Charts. Das war seit Milli Vanilli 1989 keinem deutschen Act mehr gelungen.

Sogar Außenminister Frank-Walter Steinmeier gratulierte per Twitter zum Erfolg. Wie man Hits bastelt, hat der gebürtige Hamburger, der als Kind Geige spielte, in London gelernt, wo er schon mit 17 Musikproduktion studierte.

Urlaubsstimmung verbreitet nicht nur sein Sommerhit, sondern auch das dazugehörige Video, das ein junges Pärchen in Barcelona zeigt. Jaehn lebt derweil wieder in der Nähe seiner Eltern am Ostseestrand zwischen Lübeck und Wismar.

Für Romantiker und Lokalpatrioten: „Supergirl“ (Anna Naklab feat. Alle Farben & Younotus)“.

Auch die Northeimerin Annika Klose kennt sich aus mit Coverversionen. Vor zwei Jahren nahm sie mit ihrem Schulfreund Nicolas Demuth alias Parra for Cuva den Welthit „Wicked Games“ von Chris Isaak neu auf. In Australien gab es dafür sogar Platin.

... Annika Klose alias Anna Naklab (21) aus Northeim ...

Nun lieh die 21-Jährige, die sich Anna Naklab nennt, ihre Stimme dem Berliner DJ Frans Zimmer alias Alle Farben und dem Produzentenduo Younotus. Ihr Song „Supergirl“ war vor 15 Jahren schon mal fast ein Sommerhit: Mit der Ballade schaffte die Rockband Reamonn um Sänger Rea Garvey den Durchbruch.

Für Elektronik-Anhänger: „Reality“ (Lost Frequencies feat Janieck Devy).

Wie das neue „Supergirl“ steht auch die Single des belgischen DJs Felix De Laet alias Lost Frequencies (22) für den Trend zur Electronic Dance Music (EDM), die seit einigen Jahren nicht nur die Sommerhits liefert, sondern generell die Charts. Im Vergleich zu Techno und House werden die Songs hier viel poppiger. Die Beats klingen wie hingetupft, meist kommen ein akustisches Instrument und eine Frauenstimme dazu. Am Ende klingt alles etwas austauschbar, kommt aber gut an. „Reality“ wurde bereits im Juli von der zweiten großen Marktforschungsfirma Media Control zum Sommerhit erklärt.

Für Fans deutschsprachiger Musik: „Herz über Kopf“ (Joris).

... und Joris (25) aus Ostwestfalen.

Wird im Sommer überhaupt noch deutsch gesungen und klassisch mit Instrumenten Musik gemacht? Klar. Der aus dem ostwestfälischen Vlotho stammende Liedermacher Joris Buchholz (25) hat mit „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ nicht nur ein viel versprechendes Albumdebüt hingelegt. Auch die Single „Herz über Kopf“ überzeugt mit sommerlichem Gitarren-Pop. Klingt wie Tim Bendzko in gut.

Bisherige Sommerhits

2014: „Prayer In C“ (Lilly Wood & The Prick and Robin Schulz)

2013: „Wake Me Up“ (Avicii)

2012: Kein Hit ermittelt. Favoriten waren „I Follow Rivers“(Lykke Li ) und „One Day/Reckoning Song“ von Asaf Avidan/DJ Wankelmut.

2011: „Mr. Saxobeat“(Alexandra Stan)

2010: „We No Speak Americano“ (Yolanda Be Cool & Dcup)

2009: „Jungle Drum“(Emiliana Torrini)

2008: „I Kissed A Girl“(Katy Perry)

2007: „Hamma!“ (Culcha Candela)

2006: „Crazy“(Gnarls Barkley)

2005: „Maria“(US5)

2004: „Dragostea din tei“(O-Zone)

2003: „Ab in den Süden“(Buddy vs. DJ The Wave)

Quelle: Media Control

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