Die Echten Kerle heizten im Kasseler Opernhaus ein

Nudeln im Tempel

Sorgten für Superstimmung: Die Echten Kerle mit (von links) Björn Schmidt, Mirko Moeller, Frank Lötzer, Axel Fink und Peter Scholz. Foto: Koch

Kassel. Samstagabend im ausverkauften Kasseler Opernhaus: Wahnsinnsarien gab’s keine, dafür Wahnsinnstexte. Zum Beispiel das ultimative Klagelied des männlichen Kohlenhydrat-Junkies mit Gewichtsproblemen. Der Refrain ging so: „Durch Nudeln werd’ ich dich (my baby), durch Nudeln werd’ ich dich (my baby) - einmal verlier’n.“

Solche Wortspiele muss man im nachpubertären Alter erst mal bringen. Genau das tun Peter Scholz, Frank Lötzer, Mirko Moeller, Axel Fink und Björn Schmidt von der Kasseler A-cappella-Band Echte Kerle. Ihre Stärken: Selbstironie, poppige Ohrwürmer, eine sehr nahbare Ausstrahlung jenseits steriler Überperfektion, lustige Tanzschritte und neckische Ideen zur Beschäftigung des Publikums.

Wie die Echten Kerle die Leute in ihre Show einbezogen? Als es um das unschöne Thema Inkontinenz ging, wurde ein Chor einstudiert. Die Männer klagten: „Bitte, lass mich ganz schnell rein, ich hab da ein Problem“, worauf die Damen antworteten: „Nö, ich lass dich da nicht rein.“ Eine Garantie für Superstimmung.

Aber nicht nur Blasenschwäche war Thema beim Gastspiel im voll besetzten Musentempel. Man kümmerte sich auch um diverse Politiker, und Silvio Berlusconi wurde als Fachmann für die Aftershowparty konsultiert. Feingefühl bewiesen die fünf Sangesfreunde bei einer Ballade über verpasste Chancen des Lebens, ihre HipHop-Kompetenz bei einem brandneuen Lied über das Treffen der Generationen.

Der augenzwinkernde Lokalpatriotismus schlug geballt im Zugabenblock zu. Erst bei der märchenhaften Hommage an den Habichtswald, dann bei der Hymne „Kassel, du bist für mich der Traum aus Asphalt, nie zu nass und nie zu trocken, nie zu warm und nie zu kalt.“ Jubel, Ovationen.

Von Georg Pepl

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