Das Trio Osina beeindruckte in Dennhausen mit Mendelssohn und Tschaikowsky

Osina-Klaviertrio bei Abendmusik mit Ovationen bedacht

Das Trio Osina mit (von links) Vera Osina (Klavier), Nina Osina (Violine) und Gang Wang (Violoncello). Foto: Pepl

FULDABRÜCK. Mehr als ein Geheimtipp ist das vor knapp zwei Jahren in Kassel gegründete Osina-Klaviertrio, das bei seinen Konzerten immer wieder beeindruckt und vom Publikum mit Ovationen bedacht wird.

So geschehen auch bei der gut besuchten Abendmusik in der evangelischen Kirche Fuldabrück-Dennhausen.

Etwas Objektives im besten Sinn zeichnete gleich eingangs die Wiedergabe von Mendelssohns Trio c-Moll aus. Denn eine selbstherrliche Show ist grundsätzlich nicht die Sache des russisch-chinesischen Ensembles. Dafür gab es eine auffällig saubere Intonation des Ehepaares Nina Osina (Violine) und Gang Wang (Violoncello). Voll und ganz überzeugte auch Vera Osina (Klavier), die Schwester der Geigerin. Gemeinsam boten die drei als weitere Stärke eine große rhythmische Sicherheit im Zusammenspiel.

Spannende Eindrücke

Der auf Objektivität bedachte Stil passte nicht nur zu Mendelssohns treibender Dramatik und seinem Elfenspuk, er sorgte auch bei Tschaikowskys kolossalem a-Moll-Trio für spannende Eindrücke. Weit tragischer als durch süßliche Dauerschwelgerei wirkt diese Musik, wenn der Klang manchmal fast asketisch zurückgenommen wird, wie beim Reprisenbeginn im ersten Satz.

Mit präziser Energie formte das Trio auch die darauffolgenden Variationen, wo es unter anderem einen flotten Walzer, eine funkensprühende Fuge und Unheimliches von den gedämpften Streichern zu feinen Ornamenten des Klaviers gab. Bis zuletzt die Melodie des ersten Satzes in einer grandiosen Moll-Manifestation wiederkehrte. Sehr finster.

Von Georg Pepl

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