Ohne Anfang und Ende

Kasseler Künstler Darius am Wasser stellt in der Galerie Coucou aus

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Eigene Assoziationen erwünscht: Die Drehscheibe ist eigens für die Ausstellung in der Galerie Coucou entstanden.

Kassel. Darius am Wasser liebt die Extreme: Seine Abschlussarbeit an der Kasseler Kunsthochschule zeigte er beispielsweise nicht in einem klassischen Ausstellungsraum, sondern in der JVA Kassel. Zudem wagt er oft Experimente mit dem eigenen Körper, um künstlerische Fragestellungen zu verdeutlichen.

Die aktuelle Schau in der Galerie Coucou zeigt die Vielseitigkeit des Kasseler Künstlers. Aufwendige Skulpturen gehören ebenso zu seinem Repertoire wie Videoarbeiten und raumgreifende Installationen. Auf dem Boden der Räume hat er Stahlrohre verlegt, die an eine Pipeline erinnern. Doch bei genauerem Betrachten beginnen und enden sie nirgends, sondern sind ein geschlossenes System.

Nicht minder paradox ist das „Biotop“, das sich in einem Glaskasten an der Wand befindet. Inhalt ist sterile Erde, die mit Frischluft und destilliertem Wasser versorgt wird - wachsen wird darin allerdings nie etwas. Ein abgeriegelter Raum, der das Leben aussperrt.

Darius am Wasser

Das Spiel mit der (enttäuschten) Erwartungshaltung der Betrachter gehört für Darius am Wasser zum Konzept. Und auch eigene Assoziationen sind erwünscht, zum Beispiel beim größten Objekt der Ausstellung: einer Drehscheibe, die einerseits wie ein architektonisches Modell, andererseits wie eine aufwendig konstruierte, höchst ästhetische Maschine wirkt.

Sehenswert ist ein Video, in dem der 34-Jährige mit seiner Stimme experimentiert. Beim Ein- und Ausatmen erzeugt er lang gezogene Töne, die wie die Geräusche eines Didgeridoos klingen. Was vermag der menschliche Körper? Wie kann man ihn an seine Grenzen bringen? Das sind spannende Fragen, die Darius am Wasser aufgreift.

Bis 3. Juli, Elfbuchenstr. 20, geöffnet Di - Fr 16 bis 19 Uhr.

Von Pamela De Filippo

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