Haudrauf-Konzert: Extrabreit bedröhnten die Nachthallen

Ohne Erbarmen

Ließ die alten Zeiten hochleben: Sänger Kai Havaii von Extrabreit. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Für die Aktion „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ hatten VW und das Kulturzentrum Schlachthof die NDW-Kultband Extrabreit aus Hagen, der nach eigenem Bekunden hässlichsten Stadt Deutschlands, am Donnerstagabend in die Nachthallen geholt.

In einem eineinhalbstündigen Konzert inklusive Zugaben ließ die fünfköpfige, sich als Punkband verstehende Truppe um Frontmann Kai Havaii die alten 80/90er-Zeiten hochleben. Das Haupthaar stark gelichtet, dafür mit deutlich umfangreicherer Gürtellinie, sang und kreischte dieser mit teilweise überschlagender Stimme nahezu alle bekannten Hits der Band mit der Vorliebe für skurrile Kooperationen: Aufnahmen mit Harald Juhnke, Hildegard Knef und Marianne Rosenberg zeugen davon.

Die witzigen „Polizisten“, „Für mich soll’s rote Rosen regnen“, „Kleptomanie“, „Hurra, hurra, die Schule brennt“ und das unangenehme Assoziationen weckende Marschlied „Flieger, grüß mir die Sonne“ wurden von dem über 500-köpfigen, demografisch sehr gemischten Publikum begeistert mitgesungen.

Die Gitarristen Stefan Kleinkrieg und Bubi Hönig schrubbten ohne Gnade ihre Akkorde herunter, Bassist Lars Larsson pumpte die tiefen Frequenzen in die Magengruben, und Schlagzeuger Rolf Möller unterzog seine Trommeln und Becken einem erbarmungslosen Härtetest.

Was für Männer, was für ein Lärm. Der Lautstärkepegel näherte sich wenige Meter vor der Bühne den Grenzen zur Körperverletzung, und einige Besucher zogen sich besorgt in den hinteren Barbereich zurück. Leider klangen im zweiten Teil des Konzerts einige Stücke aufgrund ihrer variationslosen Haudrauf-Rhythmik, als würde dieselbe Nummer mehrfach wiederholt. Die Zugaben ließen diesen Eindruck jedoch bald vergessen.

Von Wolfgang Wollek

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