Dale King und Matt Charles traten im Kulturzentrum Schlachthof auf

Ohne Schnickschnack

Aufs Wesentliche reduziert: Matt Charles (links) und Dale King im Schlachthof. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Stimme, Gitarre, mal eine Mundharmonika. Ehrliche, pure Musik hört man immer gern. Doch nicht nur deshalb wurde der Singer-Songwriter-Abend mit Dale King und Matt Charles im Kulturzentrum Schlachthof zur großartigen Angelegenheit. Da alles aufs Wesentliche reduziert war, schärfte es den Blick für Unterschiede. Wie gibt sich jemand auf der Bühne, wie begleitet er den Gesang? Das war hier ganz verschieden.

Dale King, ein in Marburg lebender Amerikaner, präsentierte sich - grundsympathisch - als ein zum lockeren Understatement neigender Melancholiker. Auf einem Barhocker sitzend, sang und spielte er seine Lieder, oft bluesig, manchmal mit Country-Einschlag. Mitten in einem traurigen Song gab’s Selbstironie: „Habt ihr das gehört? Das war Johnny Cash.“

Auf den Barhocker verzichtete Matt Charles, der innerlich zu brennen schien und mit seiner Gitarre ein viel geradlinigeres Rhythmusverständnis an den Tag legte als sein Kollege.

Der in Hamburg ansässige Australier hatte einen Wahnsinnsgroove zu bieten, auch seine Stimme vermittelte Emphase. Es wäre kein Wunder, würde man von ihm noch einiges hören.

Yin und Yang

Im dritten Konzertteil spielten die beiden Charaktere - Matt Charles selbst nannte es „Yin and Yang“ - ein paar Stücke gemeinsam. Zum Groove des Australiers entfaltete Dale King seine eigentliche Spezialität: ein virtuoses Mundharmonika-Spiel. Kräftiger Beifall im gut gefüllten Club für klasse Musik ohne Schnickschnack.

Von Georg Pepl

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