Neu im Kino: Das „A-Team“ ist trotz aller Stars anspruchsloses und überflüssiges Testosteron-Kino

Ohne Sinn und Vergnügen

Teufelskerle: Quinton Jackson als B. A. Baracus (links) und Bradley Cooper als Lt. Templeton „Faceman“ Peck. Fotos: Twentieth Century Fox

Wer seine wilde Jugend in den langweiligen Achtzigern verbringen musste, hätte nie gedacht, dass dieses Jahrzehnt einmal ein Revival erlebt.

Umso erstaunlicher, dass Hollywood nun gerade die popkulturellen Erzeugnisse dieser trostlosen Ära reanimiert. Aber auch die Mittvierziger, die sich heute in der Filmindustrie als Entscheidungsträger nach oben gearbeitet haben, wollen ihre Kindheitserinnerungen auf der Leinwand verewigen - angefangen mit Michael Bays Sandkastenspielen in „Transformers“ über Harald Zwarts Remake von „Karate Kid“ bis hin zum neuesten Recycling-Produkt „A-Team“ von Joe Carnahan.

In der Fernseh-Serie ging es um vier Vietnam-Veteranen, die sich, von der Regierung verraten, als private Söldner der guten Sache verschrieben haben. Carnahan verlagert das Geschehen in die Gegenwart und schickt das Quartett nach einer kurzen Kennenlernphase als Spezialteam in den Irak.

Dort sollen der erfahrene Teamleiter John „Hannibal“ Smith (Liam Neeson), der notorische Frauenheld Templeton „Faceman“ Peck (Bradley Cooper), der bullige Kampfsportler B. A. Baracus (Quinton Jackson) und der durchgeknallte Pilot „Howling Mad“ Murdock (Sharlto Copley) böswilligen Saddam-Anhängern die Druckplatten für 100-Dollarscheine abjagen, mit denen die Terroristen die Weltwirtschaft in den Ruin treiben wollen. Aber die Geheimoperation wird verraten und endet im Debakel. Die Elite-Einheit kommt ins Militärgefängnis. Natürlich planen die Alpha-Tierchen schon bald den Ausbruch und werden die Bösewichte und deren Hintermänner in der Regierung zur Strecke bringen.

„A-Team“ macht sich wenig Mühe, die Formelhaftigkeit seiner Geschichte zu verstecken und bleibt damit dem Billigkonzept der Serie treu. Stattdessen wird alle Energie in nicht enden wollende Kampfsequenzen und absurde Stunts gesteckt. So segelt das Team per Fallschirm in einem Panzer aus einem Transportflugzeug auf die Erde herab. Dazwischen werden coole Sprüche geklopft, ohne dass auch nur ein sinnvoller Dialog zustande käme.

Jessica Biel hüpft als Abgesandte des Verteidigungsministeriums regelmäßig durchs Bild, um alle homoerotischen Konnotationen, die im lustigen Männerbund aufkommen, fachgerecht zu zerstreuen. „A-Team“ will nicht mehr sein als anspruchsloses Testosteron-Kino, aber auch in dieser Disziplin scheitert der unkonzentrierte Actionfilm, der jede Kampfsequenz bis zur Unkenntlichkeit zerschneidet und wie ein drittklassiger Alleinunterhalter viel zu laut über die eigenen Witze lacht.

Genre: Actionfilm

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !::::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.