Sängerin Ina Müller veröffentlicht mit „48“ ein neues Album

Bodenständig und gut gelaunt: Ina Müller. Foto:  Sony

Ina Müller ist mit ihren 48 Jahren eine Lebenskennerin. Sie weiß, dass das Leben prall ist und großen Spaß machen, aber auch extrem schmerzen kann. Und beides hört man ihrem neuen Album „48“ auch an – es kommt heute auf den Markt.

Die Texte, die sie gemeinsam mit Lebenspartner und Musiker Johannes Oerding geschrieben hat, gefallen durch ihre Wortgewalt und sie überraschen. Etwa beim stärksten Stück der CD, „Wenn du nicht da bist“, einem Lied über das, was sie nervt und anpisst. Wenn er morgens schon fröhlich ist, wenn er zur Radiomusik falsch pfeift und immer alles besser weiß. Und dann schmettert Müller überraschend, lässig und rockig im Refrain: „Was mich am meisten fertig macht, was mich so richtig aus der Bahn wirft, das ist, wenn du nicht da bist.“

An dem neuen Album werden vermutlich Hörerinnen mehr Freude haben als Männer, denn Ina Müller ist auch eine Frauenversteherin – zwei der 13 Stücke sind vordergründig Schuhen und Shopping gewidmet, tatsächlich sind es aber Songs über Beziehungsalltagsfrust („...nur Schuhe enttäuschen dich nie.“).

Die Sängerin ist nicht faltenfrei („Spieglein, Spieglein an der Wand, was zur Hölle ist passiert“) und auch kein Teenie-Popstar – will sie auch gar nicht sein. Denn sie mag ihre Speckröllchen nicht mehr kaschieren und auch nicht mehr „alberne Stöhngeräusche, Sexgelaber und Stellungen kopieren“, singt sie beschwingt und verschmitzt. Frau glaubt ihr jeden Ton. Das sind Texte, die auf ihrer Tournee im nächsten Jahr garantiert lauthals mit hoher Stimme durch die Konzerthallen schallen werden. Denn auf „48“ beweist Ina Müller erneut ihr Händchen für Melodien. Sie liefert deutsche Rock- und Popmusik – eine Mischung zwischen Pop unterschiedlichster Coleur, ein bisschen Rock und exakt platzierten Balladen.

Mit 48 ist Ina Müller vor allem eines: vielseitig. Der klassische Müller-Look hat einen frischen Anstrich bekommen. Und sie verliert sich nicht in lieblichen Belanglosigkeiten. Stattdessen liefert sie reifere Songs mit Tiefgang, wie etwa „Wenn dein Handy nicht klingelt“ und „Pläne“, mit denen Ina Müller mit ihrer kraftvollen und leicht krächzenden Stimme direkt unter die Haut geht. „Ich will nach Hause, jetzt wo ich weiß, wer das ist“, singt sie von den Tiefen der Liebe und Leidenschaft und kommt in diesen Momenten ihren Zuhörern so nah, wie es nur eine Lebenskennerin kann. Ina Müller: „48“, (Sony Music).

Wertung: Viereinhalb von fünf Sternen.

Von Maja Yüce

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