Für die Ohren der Mächtigen: Die Göttinger Händel-Festspiele

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Der englische König Georg I.im Krönungsornat: Das Gemälde nach Godfrey Kneller von 1720 ist derzeit in der Niedersächsischen Landesausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ im Historischen Museum Hannover zu sehen. Foto: Museum/nh

Göttingen. Vor 300 Jahren, am 1. August 1714, bestieg mit Georg I. erstmals ein Hannoveraner den englischen Thron und begründete eine Personalunion beider Herrscherhäuser, die 123 Jahre Bestand haben sollte. Das Land Niedersachsen feiert dieses Jubiläum mit Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen.

Die Göttinger Händel-Festspiele stehen da nicht nach und widmen sich vom 29. Mai bis zum 10. Juni dem Jubiläum unter dem Motto „Herrschaftszeiten!“. Immerhin stand Georg Friedrich Händel (1685-1759) in jener Zeit als Komponist des Königshauses in London mit im Zentrum des Geschehens.

In einem dreiteiligen Zyklus von Krönungsmusiken werden uns die damaligen Feierlichkeiten bei Hofe nahe gebracht. • Musik zur Krönung Georgs I. von Purcell, Turner, Tallis und Croft präsentieren der Countertenor Henning Wiefel, die Knabenchöre Göttingen und Hannover sowie das Ensemble Musica Alta Ripa unter Leitung von Jörg Breiding am 30.5., 19.30 Uhr, in der Göttinger St. Jacobi-Kirche. • Coronation Anthems for George II. ist der Titel des Konzerts mit Krönungsmusiken Händels sowie Werken von Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Christian Bach mit Solisten, dem NDR-Chor und dem Festspielchor unter der Leitung von Festivalleiter Laurence Cummings am 7.6., 19 Uhr, in der Stadthalle Göttingen. • Requiem für einen König heißt es am 9.6., 18 Uhr, in der Stadthalle Göttingen bei der Uraufführung (!) von Johann Matthesons „Oratorium auf das Absterben des Königs von Großbritannien Georg I.“ mit dem Vocalconsort Berlin und dem Händelfestspielorchester Halle mit dem Leiter Bernhard Forck.

Wie in jedem Jahr steht im Zentrum der Händel-Festspiele eine Oper Händels. Zum ersten Mal wird in Göttingen die Oper „Faramondo“ aus dem Jahr 1738 aufgeführt (Premiere: 31.5.). Laut Laurence Cummings, dem musikalischen Leiter, handelt es sich um „ein kraftvolles, ja kriegerisches Stück um eine königliche Intrige“. Regie führt Paul Curran. In einer verkürzten Familienfassung wird „Faramondo“ am 7.6., 12 Uhr, aufgeführt.

Zur Festspieleröffnung am 29.5., 18 Uhr, in der Stadthalle Göttingen steht das Oratorium „Joshua“ auf dem Programm. Laurence Cummings leitet den NDR-Chor und das Festspielorchester. Der künstlerische Leiter verkörpert ebenfalls eine Personalunion: Er leitet neben den Göttinger auch die Londoner Händel-Festspiele.

Unter den weiteren Konzerten ragt die fünfteilige Reihe „FOG im Fokus“ (FiF) heraus, in der sich Musiker des Festspielorchesters Göttingen (FOG) in kammermusikalischen Besetzungen präsentieren. Dazu zählt ein Konzert am 4.6., 19.30 Uhr, im Rittersaal des Welfenschlosses in Hann. Münden, in dem Werke von Händel, Steffani und Caldara erklingen.

Karten und Infos über www.haendel-festspiele.de und Tickethotline 01805-700-733.

Von Werner Fritsch

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