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Randy Hansen mit hartem Jimi-Hendrix-Sound im Theaterstübchen

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Als Gitarrist und Sänger gleichermaßen Extraklasse: Randy Hansen im Theaterstübchen.

Kassel. Randy Hansen fackelt nicht lange: Vier Takte und jeder weiß, wohin die Bluesreise geht. Auf die Ohren und ins Hirn, es drückt und pumpt im ganzen Körper. Männer mögen das. Die stehen am Donnerstagabend in großer Zahl im Theaterstübchen.

Die weiße Stratocaster-Gitarre zerrt dumpf und jault hoch: „Message for Love“, der erste Song. Jimi Hendrix pur mit Randy-Hansen-Einlagen.

Dann ein treibender Gitarren-Railroad-Shuffle. Wie ein unendlicher Güterzug durch den amerikanischen Südwesten („Hear My Train Comin’“). Mit „Red House“ wird Anlauf genommen, dann werden mit der Stratocaster die fetten, manchmal zarten und immer virtuos gespielten Brandsätze gelegt („Foxy Lady“).

Schließlich brennt der Laden lichterloh („Fire“) - und das mit eingelegten musikalischen Cream-Zitaten. Hochklassig! Dabei bedient sich Randy Hansen einer Rhythmusgruppe (E-Bass: UFO Walter; Drums: Manni v. Bohr), die den gesamten Act am Lodern hält. Nicht nur die raffiniert gespielten Gitarrenriffs und Licks machen hier die Musik - der Sound bringt die Performance der drei Musiker zum Kochen.

Randy Hansen ist auch ein überzeugender Sänger, der die schwer zu singenden Hendrix-Stücke in kehlig-melodischem Sprechgesang ausgezeichnet interpretiert. Kein Wunder, dass er in den 80er-Jahren mit den Musikern der Jimi-Hendrix-Experience auf Tour war. Am Ende des Konzerts beweist er noch einmal seine Klasse: Übergangslos reißt er das Publikum von einem Voodoo-Dampf („Voodoo Chile“) in das Kreischen der „Star Spangled Banner“, um dann mit „Purple Haze“ alle Zutaten gitarrentechnischer Verrücktheiten einzubauen. Zum Glück gab’s Zugaben wie „All Along the Watchtower“. Die Jungs im Theaterstübchen hätten noch lange weitergemacht.

Von Michael Lacher

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