Olly Murs bietet auf 24 HRS keine großen Überraschungen, es macht aber Spaß

Sein fünftes Album: Der Brite Olly Murs bietet eine luftige Musikmischung.

Er landete 2009 auf Platz zwei der sechsten Staffel "X-Factor" im britischen Fernsehen. Jetzt liegt das fünfte Album von Olly Murs vor.

Erinnern Sie sich noch an den Gewinner der letzten Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ oder gar an die Zweitplatzierte? Vermutlich nicht. Die Erfolgsgeschichte der Sieger hielt anfangs etwa ein Jahr an und das erste Album landete auf Rang eins der Charts. Mittlerweile beträgt die Halbwertszeit der Sieger nur ein paar Wochen. Ein Brite macht vor, dass das auch anders geht: Olly Murs.

Er landete 2009 auf Platz zwei der sechsten Staffel „X-Factor“ im britischen Fernsehen. Der 32-Jährige hat in den vergangenen sechs Jahren vier Platin-Alben und einige Hitsingles („Troublemaker“, „Hea-rt Skips The Beat“) auf den Markt gebracht. Nun liegt sein fünftes Album „24 HRS“ vor und bietet standardisierten, aber immerhin erfrischend-minzigen Kaugummi-Pop.

Olly Murs steht nicht für große Soundvielfalt und tiefgründige Texte, er ist der nette Typ, mit dessen Musik man auf der Fahrt zur Arbeit Spaß haben kann. Die zwölf Songs sind eine luftig-lockere Mischung aus Pop, Soul, Ska und Elektro-Sound. Die Erwartungen an das neue Album waren dennoch hoch, schließlich trägt das Vorgängeralbum den Titel „Never Been Better“. Was kommt also nach „besser denn je“?

Jedes Album sei ein Anpassungsprozess, sagt Olly Murs, der eigentlich Oliver Stanley Murs heißt. Und weiter: „Du übernimmst das, was du bei den vergangenen Alben gelernt hast, um dich zu verbessern.“

Viel falsch gemacht zu haben scheint er nicht, denn die Songs auf „24 HRS“ bieten keine Überraschungen. Er ist seiner sympathischen Murs-Formel treu geblieben: durchs Leben tanzen, zurückblicken - ohne Groll und mit viel Vorfreude auf das, was kommt. „Yea-rs And Years“ ist ebenso ein Hitkandidat wie die aktuelle Single „Grow Up“.

So kennt man den Sänger - und so mögen ihn seine vorwiegend weiblichen Fans. Die wird auch interessieren, dass viele der Lieder in einer Liebeskummer-Phase geschrieben wurden. Murs hat sich von seiner Freundin getrennt, ist jetzt solo. Die Dancefloor-Nummer „You Don’t Know Love“ handelt davon, dass es irgendwo da draußen die große, wahre Liebe gibt - für jeden. Der Kreischalarm der Fans bei den Konzerten dürfte also riesig sein.

Die größte Überraschung? Olly Murs gelingt es, dass die soliden Popnummern nicht einlullen. Und auch, wenn keiner der Songs einen Ohrwurmcharakter wie „Dear Darlin’“ hat und manche („Love You More“ und „Better Than Me“) aufgewärmt klingen, bleiben sie länger als eine Autofahrt im Gehörgang. Doch letztlich sind es allesamt „Da-kann-man-nichts-falsch-machen“-Stücke. Schade. Mehr Mut zu Experimenten, zu Eigenständigkeit und zu Pianoballaden wie „Flaws“ möchte man ihm wünschen. Doch immerhin wird Olly Murs mit „24 HRS“ nicht in Vergessenheit geraten. Anders als andere Castingshow-Sieger.

Gewonnen hat die letzte „DSDS“-Staffel übrigens Prince Damien Ritzinger, Zweite wurde Laura van den Elzen.

Olly Murs: „24 HRS“ (Sony Music), Wertung: drei von fünf Sternen

Von Maja Yüce

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