Open-Flair-Festival in Eschwege: Die Lieblingslehrer sind zurück

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In sich versunken und ohne Kontakt mit dem Publikum: Simon Neil von Biffy Clyro beim Auftritt in Eschwege.

Eschwege. Es war wie eine Musik-Doppelstunde in der Schule bei Lehrern, die man gern häufiger erleben würde. Sportfreunde Stiller standen nach sechs Jahren wieder auf der Open-Flair-Bühne.

Am Samstagabend sang Frontmann Peter Brugger in Eschwege vor, und wirklich alle Zuschauer vor der Bühne sangen mit. Da wurde nach Aufforderung das Handy herausgeholt, und ein Lichtermeer sorgte beim Lied „Denkst du denn da genauso“ für das passende Ambiente.

Die Sportfreunde präsentierten eine musikalische Bandbreite, die von gefühlvollen Balladen bis hin zu rockigen Hymnen ging. „Alles Roger“ und „Ich, Roque“ durften da genauso wenig fehlen wie Songs aus dem neuen Album.

Zwischen Rap und Melancholie: Casper.

Und wie es sich für gute Musiklehrer gehört, achteten die drei genau auf ihre Schüler. Ein kleines Kind wurde mit seinem Vater aus der ersten Reihe geholt und an die Bühnenseite gestellt, da sich Peter Brugger ernsthaft Sorgen um den Nachwuchsfan in der Menschenmenge machte.

Ein Wermutstropfen beim eineinhalbstündigen Konzert blieb allerdings: Die FC-Bayern-Gesangseinlage vom bekennenden Fan Peter Brugger ging komplett in die Hose. Das führte zur schnellen Selbsterkenntnis, dass keine Bayern-Fans anwesend waren. „Sonst verstecken sich wenigstens ein paar im Publikum“, war die ernüchternde Reaktion.

Bleibt zu hoffen, dass die Sportfreunde Stiller im kommenden Jahr wieder auf dem Open-Flair-Stundenplan stehen. Für diese Bühnenshow kann man nur sagen: Applaus, Applaus.

Fotos: Das war der Flair-Samstag

Das war der Flair-Samstag: Biffy Clyro, Triggerfinger und Co

Selbigen hat sich auch Rapper Casper für seinen Auftritt am Freitagabend verdient. Auch wenn er mit seinem ärmellosen Shirt, der Kappe und den Tattoos auf dem rechten Oberarm wie ein Möchtegern-Basketballer aus den Neunzigern aussieht, der es nie über den Hinterhof hinaus geschafft hat, er wusste mit seiner Show zu überzeugen.

Rückkehr zu Freunden: Peter Brugger von Sportfreunde Stiller.

Das Kompliment „Ach seid ihr schön“, welches Casper den Festivalbesuchern zurief, konnte man gleich zurückgeben. Ein schönes Konzert irgendwo zwischen Gangsterrap und melancholischen Liedzeilen zum Nachdenken. Am Ende stand Casper mit zwei Sprühfeuerwerkskörpern in der Hand auf der Bühne, als wolle er gleich mit Raketenantrieb in den Himmel starten, um dort einmal für Unruhe zu sorgen. Zum Glück ist er auf dem Boden geblieben und kann weiter auf Festivalbühnen mit Musik und Show begeistern.

Von dieser gekonnten Interaktion mit dem Publikum hätten sich die Schotten Biffy Clyro mal inspirieren lassen sollen. Allein mit Rockhymnen überzeugen zu wollen, war zu gewagt. So wird für die Band zunächst erstmal alles bleiben, wie es ist: gefeierte Stars in Großbritannien und eine Band von vielen in Deutschland.

Von Florian Quanz

Mehr zum Open Flair im Spezial der Werra-Rundschau

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