Open Flair: Beatsteaks bieten Tanzfeuerwerk der Extraklasse

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Schwitzende Massen: Beim Auftritt der Berliner Beatsteaks blieben auch die Fans in den hinteren Reihen nicht mehr ruhig stehen.

Eschwege. Damit hatte wohl niemand gerechnet: Nach dem 90-minütigen Tanzfeuerwerk der Berliner Beatsteaks wollten sich die schwitzenden Fans schon abwenden.

Doch Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß sprang zurück auf die Bühne. „Wir dürfen nicht mehr spielen, aber wir tun es trotzdem, weil ihr so geil seid“, rief er am Samstagabend. Schon als die ersten Klänge des Beastie-Boys-Klassikers Sabotage ertönten, begann die dicht gedrängte Masse vor der Hauptbühne zu dem Coversong erneut Pogo zu tanzen. „Als Krönung gibt es von uns noch diese Hommage an eine der geilsten Bands überhaupt“, schrie der Sänger ins Mikrofon. Zuvor hatten die Punkrocker aus Berlin sowohl mit alten Klassikern wie „Hand in Hand“ als auch neueren Songs wie „Automatic“ vom aktuellen Album „Boombox“ die Massen bewegt. Das Publikum tanzte ausgelassen zu den schnellen Gitarrensounds und wurde zusätzlich durch grandioses Schlagzeugspiel angeheizt.

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Zur Zugabe trat Sänger Teutoburg-Weiß im silbernen Glitzersakko auf. Das legte er allerdings schnell wieder ab, denn beim abschließenden Tanzgarant „Let me in“ war auch das Publikum in den hinteren Reihen des ausverkauften Open-Flair-Geländes in der Eschweger Innenstadt nicht mehr zu halten. „Das ist für uns das schönste Konzert des Jahres“, hieß es von der Band, die bereits 2007 auf dem Festival gespielt hatte.

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Zuvor hatte die Punkband Broilers mit ihren Songs begeistert. Auch sie war nicht zum ersten Mal in Eschwege, sodass Sänger Sammy Amara in Erwägung zog: „Vielleicht kaufen wir uns im Alter doch kein Haus am See, sondern eins hier an diesem Berg“ und deutete dabei in Richtung Meißner. Auch die Düsseldorfer spielten einige alte Lieder wie „Paul der Hooligan“ und „Ich sah kein Licht“, doch das Publikum tanzte vor allem zu den Titeln des aktuellen Albums. Doch trotz Ska- und Rockabilly-Einflüssen blieb das Publikum im Vergleich zum Beatsteaks-Auftritt noch gelassen. Teilweise kam sogar fast sentimentale Stimmung auf, als die so hart wirkenden Rocker betonten, das wichtigste Gefühl im Leben sei die Liebe, und dies mit „Harter Weg“ und „Wie weit wir gehen“ unterstrichen.

Am frühen Abend hatte Jennifer Rostock bei ihrem Auftritt die Massen polarisiert. Sie erläuterte die aus ihrer Sicht wichtigste Regel auf Festivals: Alle Mädchen, die auf den Schultern eines Mannes sitzen, müssen sich ausziehen, forderte sie. Diesem Aufruf folgten dann tatsächlich einige Festivalbesucher, die sich oben ohne durch die Massen tragen ließen, was die Stimmung auf dem Platz schon vor den Auftritten der Headliner zum Kochen brachte. Auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Die Fans hatten lediglich mit Staubwolken zu kämpfen.

Von Kathrin Meyer

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