Gabby Young & Other Animals spielten ekstatische Musik im Kasseler Kulturzelt

Aus der Oper in den Zirkus

Wie ein bunter Paradiesvogel: Gabby Young im knallbunten Outfit beim Auftritt im Kasseler Kulturzelt. Foto:  Koch

Kassel. Schon als die ersten Töne der Musik von Gabby Young & Other Animals im Kulturzelt erklingen, möchte man tanzen. Die wuchtigen Klänge von Trompete, Posaune und Kontrabass laden zum ausgelassenen Hüpfen und Springen ein. Und Sängerin Gabby Young, die an diesem Freitagabend im rosa-gelben Petticoat-Kleid mit rosa Schleife im roten Haar auftritt, macht es vor: Diese Musik ist zum Tanzen gemacht. Aber es geht nicht. Das Kulturzelt ist an diesem Abend bestuhlt.

So entwickeln sich die nächsten eineinhalb Stunden zu einem bitter-süßen Gefängnis, denn trotz des verordneten Bewegungsmangels präsentiert die siebenköpfige britische Band ein großartiges Programm. Die Mischung aus Balkan-Blasmusik, Swing-Jazz und Zirkusmusik überzeugt, begeistert, macht fröhlich. In jeder Sekunde ist die Freude der Bandmitglieder an der Musik im beinahe ausverkauften Kulturzelt spürbar.

„Wir holen die Tiere in allen von euch heraus“, verspricht Gabby Young. „Gern“ möchte man ihr antworten und beginnt vorsichtig, ein bisschen auf dem Stuhl zu wippen.

Sie hingegen springt wild herum, tanzt und bringt dabei mit ihrer Stimme, die mehrere Oktaven umfasst, die unglaublichsten Töne hervor. Eigentlich wollte sie einmal Opernsängerin werden. Nun jedoch gilt ihre Hingabe den eigenen lebensfrohen Kompositionen ihrer ungewöhnlichen Band, die oftmals anscheinend Unvereinbares zusammenbringt und so einen eigenen Stil kreiert, dem sich die Bandmitglieder teilweise ekstatisch hingeben.

Immer wieder gehen Gabby Young & Other Animals in die Interaktion mit dem Publikum. „You are amazing“, sagt die Sängerin, ihr seid faszinierend. Dann - endlich - fordert sie das Publikum zum Aufstehen und Tanzen auf.

Die Band animiert zum Mitsingen: Die eine Hälfte der Zuschauer soll „Wooh“ singen, die andere „Ha“. Am Ende des Abends ist das Publikum begeistert und verlangt nach zwei Zugaben, welche die Band gern bietet.

Fazit: ein wunderbarer Abend mit einer außergewöhnlichen Band. Die Entscheidung, das Kulturzelt zu bestuhlen: völlig unverständlich.

Am Mittwoch und Donnerstag tritt ab 19.30 Uhr Hubert von Goisern auf.

Von Yvonne Albrecht

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