Opern-Traumpaar: Celine Byrne und Charles Workman in „Die tote Stadt“

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Ein perfektes Bühnenpaar: Celine Byrne als Marietta und Charles Workman als Paul in Korngolds „Die tote Stadt“. Im Hintergrund Eva Maria Sommersberg in einer stummen Rolle als Marie. 

Kassel. Selbst Celine Byrne, als Opernstar auf den großen Bühnen Europas zu Hause, gesteht, sie sei etwas angespannt gewesen, als sie sich auf das Rollendebüt der Marietta in Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt“ eingelassen habe.

Die Partie sei wirklich sehr schwer zu singen, doch das dürfe das Opernpublikum natürlich nicht merken. Nun, da mehr als die Hälfte der Vorstellungen am Kasseler Opernhaus vorbei sind, wirkt die irische Sopranistin gelöst, ja geradezu glücklich.

Ihrem Bühnenpartner Charles Workman ergeht es ähnlich. Auch der aus Arkansas stammende Tenor hat die extrem fordernde Rolle des Paul für die Kasseler Inszenierung von Markus Dietz (Regie) und Patrik Ringborg (musikalische Leitung) erstmals einstudiert.

Jetzt sind die beiden ein ideales Bühnenpaar – sängerisch wie darstellerisch schlicht eine Sensation. Für das Kasseler Publikum ist es ein Geschenk, diese beiden, die international zur Top-Liga der Opernsänger zählen, als Marietta und Paul auf der Bühne erleben zu können. Denn Korngolds Oper exponiert gerade ihre Hauptfiguren in extremer Weise.

Charles Workman, der die Partie des Paul demnächst auch in Warschau singen wird, ist in Kassel zum großen Korngold-Fan geworden. „Die Musik scheint leicht eingängig zu sein, und man denkt, man habe beim ersten Hören alles mitbekommen. Doch dann entdeckt man jedes Mal neue Aspekte und ist begeistert.“ Das sei sehr besonders, denn oft nutzten sich selbst berühmte Stücke nach mehreren Aufführungen etwas ab.

Celine Byrne macht aus ihrer Bewunderung für ihren Bühnenpartner keinen Hehl: „Er muss zugleich ein Heldentenor und ein sehr flexibler, feiner Barocktenor sein – und er ist es!“ Workman sagt, ihm komme zugute, dass er sowohl Wagner als auch Barockmusik singe. Und das an Häusern wie der New Yorker Met, in London, Paris und Mailand, wie Byrne ergänzt.

Auch Celine Byrne, die in Kassel schon als Marschallin im „Rosenkavalier“ glänzte, hat die laufende Saison an der Londoner Covent Garden Opera begonnen – „und ich beende sie in Kassel.“ Über das hiesige Opernhaus geraten beide Sänger ins Schwärmen. Die künstlerische Qualität des gesamten Teams sei top, die Probenatmosphäre ruhig und konstruktiv gewesen. Markus Dietz’ Regiearbeit nennen sie gar „ein Meisterstück“. „Wissen die Menschen in Kassel, welch ein wunderbares Opernhaus sie haben?“, fragt Celine Byrne. Workman ergänzt, diese Produktion hätte es verdient, auch in anderen Städten gezeigt zu werden.

Ob es dazu kommt? Im Sommer wollen sich die Stars erst einmal mit ihren Familien – beide haben drei Kinder – entspannen, Byrne in Irland und Workman in seiner Wahlheimat Schweiz. Zuvor aber hat das Publikum in Kassel noch viermal Gelegenheit, sie als Marietta und Paul auf der Bühne zu erleben.

Die Termine: 1.6. (Theatertag, alle Karten zu 9,50 Euro), 3., 12. und 22. Juni. Karten: Tel. 0561 / 1094-222.

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