Opernsängerin Lona Culmer-Schellbach bei Jubiläumskonzert gefeiert

Ein bewegender Jubiläumsabend: Kapellmeister Xin Tan begleitete die Mezzosopranistin Lona Culmer-Schellbach. Foto: Fischer

Kassel. Ein opulenter Bilderreigen rief dem Publikum im Opernfoyer am Dienstag gleich zu Beginn des Jubiläumsabends von Lona Culmer-Schellbach ins Gedächtnis, in wie vielen herausragenden Rollen man die Mezzosopranistin in 25 Kasseler Bühnenjahren hat erleben können. Prächtige Bühnenfotos von aufwendigen Inszenierungen – man wünschte sich nur noch die Tonbeispiele dazu.

Genau diesen Wunsch erfüllte die aus Florida stammende Sängerin dem Publikum im zweiten Teil ihres Recitals, als sie in die Kostüme vergangener Inszenierungen schlüpfte und Kostproben ihrer großen Bühnenpartien servierte. Nicht nur singend, sondern auch das Foyer als Bühne nutzend. Da schritt zunächst Carmen aus Bizets gleichnamiger Oper durch die Reihen und brachte mit Bravour und toller Stimmpräsenz die berühmte Habanera „L’amour est un oiseau rebelle“ (Die Liebe ist ein wilder Vogel) den Zuhörern ganz nah.

Neben dieser Paraderolle zeigte Lona Culmer-Schellbach mit der Arie der Leonore „Pace, pace mio Dio“ aus Verdis „Macht des Schicksals“, mit Ausschnitten aus Verdis „Macbeth“, aus Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“, als Marie aus Bergs „Wozzeck“ und mit dem „Happy Talk“ aus dem Musical „South Pacific“ ihre Wandlungsfähigkeit und ihr musikalisches Einfühlungsvermögen.

Lona Culmer-Schellbach, 2010 vom Kasseler Publikum mit dem Volksbühnenpreis bedacht, hat das Glück, über eine unverwechselbare Stimme zu verfügen: weich koloriert, dabei tragend und mit einem sanft schwingenden Timbre.

Diese Qualitäten zeigte sie im ersten Teil des Recitals in Liedern aus unterschiedlichen Epochen, darunter eine wunderbar melancholische Melodie ihres Tenor-Kollegen Musa Nkuna: „The Green Funeral“. Ihr stets exzellenter Partner am Klavier und intensiver musikalischer Mitgestalter war Kapellmeister Xin Tan.

Derzeit ist Lona Culmer- Schellbach im Opernhaus als Mutter in „Hänsel und Gretel“ sowie als Mutter Oberin in „The Sound of Music“ zu erleben, und auf weitere Partien darf man sich freuen.

Die 100 begeisterten Zuhörer im Opernfoyer, darunter viele Kollegen, entließen die sympathische Sängerin erst nach drei Zugaben.

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