Auf der Flucht: Kabarettist Peter Vollmer im Theaterstübchen

Das Opfer Mann

Verlierer Vollmer: Der Kabarettist gab im Theaterstübchen den Typen, dessen Frau aufblüht, wenn er verduftet. Foto: Fischer

Kassel. „Mann“ hat es schwer. Sein Leben ist wie ein Schrank voller Schubladen – und jede klemmt. Das beginnt beim Flaschenpfandautomaten, der beständig eine spezielle Flasche wieder ausspuckt, führt über die Einkaufsbefehle der Ehefrau, die per Handy dokumentieren, wer die Hosen anhat - „SMS bedeutet: Sei mein Sklave“ - und hört beim Thema Sex und Midlife-Crisis längst nicht auf. Denn es gibt ja noch die Kinder.

Wer meint, all diese Katastrophen seien gar keine, dem sei gesagt: „All das können wir nachlesen - im 1. Buch Vollmer.“ Behauptet jedenfalls der aus Kassel stammende sympathische Kabarettist Peter Vollmer, der am Donnerstag im brechend vollen Theaterstübchen für Lachsalven-Stimmung sorgte. So herrlich, wie er den Verlierer gibt, könnte er sich auch Opfer-Darsteller nennen – die Damen im Auditorium würden sicher zustimmen. Sie waren es auch, die am lautesten lachten.

Schon der Titel „Frauen verblühen, Männer verduften“ trägt viel satirischen Zündstoff in sich. Verlierer Vollmer arbeitet damit: „Wenn ich verdufte, blüht meine Frau erst richtig auf.“ Was bleibt einem Mann bei dieser Erkenntnis? Nur die Flucht in die Vergangenheit mit dem Rettungsanker Auto oder der Sprung ins Ehebett mit „Testosteron-Pflastern“. Verquickt man beides, kommt heraus: „Früher hatten die Autos noch Einparkhilfen, die saßen auf dem Beifahrersitz und waren blond.“ Auch mit Navis kann er nichts anfangen: „Überflüssig - die Frauen sagen uns doch, wo es langgeht.“

Zum Beispiel in Richtung Elternabend. Was schiefgehen kann, wenn ein Mann Protokollführer ist und Räuber Hotzenplotz als Schulaufführung ansteht – Vollmer demonstrierte es als köstlich aufbereitete Satire. Doch Rettung naht. Es gibt ja seine Männerbibel, und da steht geschrieben: „Der Mann soll der Held der Frau sein - deswegen schuf Gott den Dübel.“ Das Publikum dankte ihm für derlei geistliche Führung mit Lachanfällen und Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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