Sängerin Iyeoka eroberte das Publikum im Kulturzelt mit ihrer authentischen Art

Optimismus in Moll

Herzerwärmende Energie: Sängerin Iyeoka begleitete sich beim Auftritt im Kulturzelt selbst mit einer Trommel. Foto:  Zgoll

KASSEL. Enthusiasmus hoch drei. Die Mischung war einfach unwiderstehlich: tolle, tiefe Stimme, gefühlvolle, doch mitreißende Songs und jede Menge herzerwärmende Energie. So war es kein Wunder, dass die amerikanisch-nigerianische Songpoetin Iyeoka das gut gefüllte Kulturzelt im Sturm eroberte.

Der Abend hatte sogar etwas Therapeutisches: ein Appell an positive Veränderung, an Selbstheilung und Humanität. Überschwängliche Zwischenansagen, die pathetisch oder aufgesetzt wirken können, kamen bei Iyeoka authentisch rüber. Glaubwürdig zelebrierte sie ihre Liebe zum Publikum und die Freude über ihre erste Deutschland-Tournee.

Hinter der gewinnenden Persönlichkeit steht eine schöne Geschichte: Es wird berichtet, dass Iyeoka früher als gut bezahlte wie überlastete Pharmazeutin gearbeitet hatte, bevor sie sich ganz der Musik widmete. Ein Beispiel, sein eigenes Ding zu machen.

Und eine Erfolgsstory, wie man sie nicht nur in Amerika liebt - wenn die Künstler so natürlich bleiben wie Iyeoka. Mehr natürlich denn auf Virtuosität getrimmt, ist auch Iyeokas Gesang. Sie brauchte sich nur selbst auf der Trommel zu begleiten, und es klang exzellent. Unterstützt wurde sie im Kulturzelt von Brian Capobianchi (Gitarre, Vocals), David Franz (Bass), Robert Jayson Fann (Schlagzeug, Percussion) und Andrew Lee Bergman (Saxofon). Geradezu erstaunlich war, wie stark sich die Arrangements von denen der CDs unterschieden.

Durch die lässige Akustik-Gitarre des auch als Rapper fulminanten Brian Capobianchi bekam Iyeokas Musik, für die das unvermeidliche Etikett „Soul“ im Umlauf ist, einen Dreh in Richtung Songwriter-Pop. Und zwar mit vielen Mollakkorden, was der positiven Energie eine nachdenkliche Note beimischte.

So war es ein Optimismus in Moll und eine mehr als zwei Stunden lange Konzertreise. Am Schluss groovte man ausgiebig zum Thema Revolution.

Der irische Sänger Glen Hansard („Once“) ist am Sonntag im Kulturzelt zu Gast, am Mittwoch gastiert Sophie Hunger. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Von Georg Pepl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.