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Chorkonzert zum Jahreswechsel: Händel verspricht Glück

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Erfreulich klang das Jahr in der Martinskirche aus: Das Heinrich-Schütz-Ensemble und Orchester St. Martin Barock unter der Leitung von Eckhard Manz beim Neujahrskonzert.
Erfreulich klang das Jahr in der Martinskirche aus: Das Heinrich-Schütz-Ensemble und Orchester St. Martin Barock unter der Leitung von Eckhard Manz beim Neujahrskonzert. © Pia Malmus

Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel mit dem Heinrich-Schütz-Ensemble begeisterte in der Martinskirche. Kirchenmusikdirektor Eckhard Manz leitete hervorragende Sänger und Instrumentalisten.

Kassel – Ob zeitgenössisch oder traditionell: Die Musik an St. Martin setzt Maßstäbe. Im Oktober erhielt Eckhard Manz für sein Orgelalbum den Opus Klassik, der als wichtigster deutscher Preis für klassische Musik gilt. Ebenso erfreulich klang das Jahr in der Martinskirche aus: Beim Silvesterkonzert stand Georg Friedrich Händels „Messiah“ (Der Messias) auf dem Programm. Zu genießen war eine exzellente Aufführung unter der hellwachen Leitung von Kirchenmusikdirektor Manz.

Das berühmte Oratorium, 1742 in Dublin uraufgeführt, wirkte so frisch wie am ersten Tag. Worin besteht dieses Händel-Glück? „Geht hin und lernt, mit wenigen Mitteln so große Wirkungen hervorzubringen“: Das hat einst der Händel-Fan Beethoven über den Altvorderen gesagt. Händel hatte unsterbliche Einfälle, die heute nicht nur Barock-Nerds ansprechen. Außerdem verstand es der Mann aus Halle, der ein britischer Staatsbürger wurde, wunderbar für Stimmen zu schreiben.

So begeisterte das Konzert als vokales Fest. Grandios sang das 2019 von Manz neu gegründete Heinrich-Schütz-Ensemble – ein Chor mit 20 versierten Stimmen. Sie klangen rein, klar, leuchtend. Sie meisterten schnelle Tonfolgen, erreichten – wenn geboten – eine kompakte Kraft. Fein abgestuft war der Chorklang, und das galt erst recht für den bemerkenswert gestalteten Welthit des „Hallelujah“. Der zweite Ausruf ertönte etwas leiser als der erste, wie ein Echo.

Zum vokalen Glück trugen auch die internationalen Solistinnen und Solisten bei. Einen bezaubernd hellen, jugendfrisch anmutenden Sopran ließ Fiona Luisa hören – eine Sängerin, die übrigens den Kinderchor Cantamus des Kasseler Staatstheaters leitet. Ausdrucksstark lotete Anna Dowsley (Alt) den emotionalen Gehalt der biblischen Texte aus. Ebenso Tenor Michael Connaire, der mit einer weiten Bandbreite an Dynamik beeindruckte. Sonor, dunkel und prachtvoll, wenn auch mehr im Stil der späteren Oper, ließ der in Kassel bestens bekannte Hansung Yoo seine Bass-Partie erklingen.

Bei so viel Lob für die Stimmen soll die instrumentale Grundlage nicht vergessen sein: Das Orchester St. Martin Barock steuerte einen profilierten Originalklang bei. Fein gezeichnete Silber- und Goldtöne, federnd, auch mal stürmisch. Am Schluss gab es pure Freude: Die 750 Konzertbesucher applaudierten im Stehen.

Von Georg Pepl

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