Kasseler Sinfoniekonzert mit Haydn, Ginastera und Schumann

Das Orchester als Star

Versierter Mann der goldenen Mitte: Der Freiburger Gastdirigent Gerhard Markson. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Da freuten sich die Damen und Herren des Staatsorchesters Kassel genauso wie die Zuhörer in der fast voll besetzten Kasseler Stadthalle: Die Solisten beim jüngsten Sinfoniekonzert kamen nicht von auswärts, diesmal waren Orchestermusiker die Stars. Denn mit den 1953 entstandenen „Variaciones concertantes“ des argentinischen Komponisten Alberto Ginastera erklang ein Stück, das mehrere Instrumente ins Rampenlicht stellte.

Ein expressives Cellosolo zur Harfenbegleitung eröffnete den Reigen, worauf Spielerisches, Scherzhaftes, Dramatisches, Pastorales von diversen Solisten folgte, darunter auch ein Kontrabass-Solo, was man ja leider nicht allzu oft im Sinfoniekonzert hört. Eine dankbare Aufgabe fürs Orchester waren diese bunten Variationen, die in ihrem neoklassizistischen Schönklang manchmal an eine gehobene Filmmusik erinnerten.

Und die Aufgabe wurde mit Kompetenz und Spielfreude gelöst, sodass es prächtigen Beifall gab für die Solisten Wolfram Geiss (Violoncello), Caroline Klute (Harfe), Vivien Heuberger (Flöte), Sabine Neher (Klarinette), Paul Wiederin (Viola), Ute Liebich (Oboe), Klaus-Dieter Ammerbach (Fagott), Björn Kadenbach (Trompete), Olaf Schade (Posaune), Razvan Hamza (Violine), Adrian McLeish (Horn), Jan Harborth (Kontrabass) und Bernhard Betzl (Pauken).

Geleitet wurde das Konzert vom Freiburger Gastdirigenten Gerhard Markson, der sich als ein versierter Mann der goldenen Mitte vorstellte. Beim Auftakt mit Haydn hätte man freilich mehr „freche“ Details, mehr Temperament erwartet. Im Vergleich mit den Haydn-Standards der historischen Aufführungspraxis wirkte die Sinfonie Nr. 102 B-Dur recht zahm dargeboten. Dafür entschädigte in der zweiten Hälfte die Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, die „Rheinische“, des Jubilars Robert Schumann.

Markson gestaltete mit dem Orchester ganz selbstverständlich weite Bögen und runde, romantische Phrasierungen. Klanglich ausgewogen, nicht dick und schwerfällig, war es ein belebter Musikstrom: eine schöne Schumann-Wiedergabe.

Von Georg Pepl

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