Dikanda in Kaufungen

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Sie gaben alles: Sängerin Kasia Bogusz (von links), Frontfrau Ania Witczak und Geigerin Kasia Dziubak von der Band Dikanda bei ihrem Auftritt in Kaufungen.

Kaufungen. Schade. Ausgerechnet kurz vor dem geplanten Open-Air-Konzert der polnischen Folk- und Weltmusikband Dikanda, das am Donnerstag im Hof der Stiftskirche in Kaufungen über die Bühne gehen sollte, zogen dunkle, schwere Gewitterwolken auf.

Doch die Enttäuschung währte nicht lange. So glutvoll, fröhlich und mitreißend wie die Band stattdessen in der Scheune aufspielte, ging dennoch die Sonne auf.

Tanzbar und voller Leidenschaft ist die Musik dieser sechsköpfigen Formation. Und obwohl dafür in den musikalischen Gewässern Ungarns, Bulgariens, der Ukraine und Rumäniens gefischt wurde, zudem die Netze auch noch in Indien, der Türkei und Afrika ausgeworfen wurden, klingt doch das Meiste nach Orient im Turborhythmus.

Zu diesem fegt die Geigerin Kasia Dziubak über ihre Saiten und lässt Gitarrist Piotr Rejdak elektrisch verstärkte Gitarrensoli einfließen, die jeder Rockband zur Ehre gereichen würden. Perkussionist Daniel Kaczmarczyk, Kontrabassist Grzegorz Kolbrecki und die Co-Sängerin Kasia Bogusz, die mit ihren hohen, fast sirenenartigen Gesangstönen wie ein zusätzliches Instrument herüberkommt, komplettieren das wilde Spiel. Im Mittelpunkt der Kopf der Band: Ania Witczak, Sängerin und Akkordeonspielerin.

Sie überschüttete ihre Musiker mit Lob, dominierte, moderierte und stellte das Kollektiv als „beste Band der Welt“ vor. „Wir bringen euch neue Lieder und neue Kinder“, eröffnete sie lachend und strich sich dabei über den schwangeren Bauch. Auch als Selbstdarstellerin vergnügte sie das Publikum: „Ich bin sexy. Kleidergröße 48 ist normal.“

Die Liedtexte drehen sich um das Thema Liebe. Zumeist sind es Überlieferungen: Eine Frau würde jedes Opfer aufbringen, wenn ein bestimmter Mann sie heiratet. Was sich inhaltlich romantisch ausnimmt, kommt musikalisch wie ein Flächenbrand rüber. Heiß, fröhlich, laut und mitreißend rhythmisch. Das Publikum war begeistert.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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