Wie das Original: Heinz-Erhardt-Abend mit Hans-Joachim Heist

Hans-Joachim Heist

Kassel. Wenn ein Madenkind ein tragisches Ende findet, Goethes Ballade vom Erlkönig ein gänzlich anderes Finale bekommt, dann ist das Schelmenwerk Heinz Erhardts (1909-1979).

Der beliebte Komödiant, Schauspieler und Sprachakrobat, der Musik studierte, bevor er vom Film entdeckt wurde, starb vor 35 Jahren. Seine verschmitzten Texte und spitzbübischen Gedichte finden bis heute auf zahlreichen Bühnen ihr Publikum.

Wie der Komiker Hans-Joachim Heist, bekannt als Gernot Hassknecht aus der ZDF-„heute“-Show, am Donnerstag im ausverkauften Bürgerhaus Vellmar-West den unvergessenen Publikumsliebling zum Leben erweckte, verdient das Prädikat grandios. Zunächst erzählte er aus dem Leben Erhardts, dann rasch eine dicke Brille und ein breites Grinsen aufgesetzt, und ab ging die Heinz-Erhardt-Post. Gedichte, Sprüche, Lieder – alles war prächtig ineinander verwoben. Das Publikum lachte von der ersten bis zur letzten Minute. Beifall nach jedem Gedicht. Heist brachte sie so lebendig, so großartig pointiert, so humorvoll, dass man das Gefühl bekam, das Original selbst erzählt sie. Gestik, Mimik, Tonfall, das schelmenhafte Lachen, die vorgebeugte Körperhaltung stimmten - die perfekte Illusion.

Ein Fest für die Lachmuskeln. Aber auch die Besucher hatten Anteil am Gelingen des Abends. Frech und unbekümmert kamen Zwischenrufe aus dem Publikum, die Heist schlagfertig in weitere Lacher ummünzte. Zum Abschluss einige „Tiergedichte“.

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