Ovationen für B. B. & The Blues Shacks im Theaterstübchen

Kassel. Muss man eingefleischter Bluesfan sein, um sich von B. B. & The Blues Shacks mitreißen zu lassen? Nach deren fantastischem Konzert im Theaterstübchen kann die Antwort nur Nein lauten.

Was das Hildesheimer Quintett mit seinen rund 4000 Gigs auf dem Buckel am Mittwochabend in dem bestens gefüllten Club bot, war selbstredend routiniert, jedoch in keiner Sekunde abgenudelt oder langweilend. Nach bereits 25-jähriger Existenz verstand die Band es meisterlich, ihre enorme Spielfreude vom ersten Ton an auf das begeistert mitgehende Publikum zu übertragen.

Der kumpelhaft sympathische Sänger und Mundharmonikavirtuose Michael Arlt im roten Anzug schaffte es im Handumdrehen, die Zuhörer zum Mitklatschen zu animieren. Eine derartige Lockerheit kann man wohl nur besitzen, wenn man als Grundlage auch über die entsprechenden musikalischen Fähigkeiten verfügt, und das ist zweifelsfrei bei allen fünf Akteuren der Fall.

Gitarrist Andreas Arlt, Bandgründer und Bruder des Sängers, beeindruckte durch mitunter minutenlange, spannungsreiche Soli ohne Effektpedale, dafür aber mit großem Dynamikspektrum. So in dem Chicago-Blues-Stück „You know my love“ von Otis Rush. Auch Dennis Koeckstadt an Piano und Hammondorgel konnte sich immer wieder mit Gänsehaut-Einlagen profilieren. Für die jederzeit wackelfreie und pulsierende Basis sorgten Bassist Henning Hauerken und Drummer Jochen Reich.

Die Band nahm das Publikum mit auf eine zweieinhalbstündige Reise durch 50er-Jahre-Blues und 60er-Soul - Höhepunkt: „Baby, take me just as I am“. Dafür, wie auch zum Konzertende, erhielten die Blues Shacks Standing Ovations - bei einer Bluesband hatte Clubbetreiber Markus Knierim so etwas bisher noch nicht erlebt.

Von Wolfgang Wollek

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