Liedermacher Hannes Wader bricht Besucherrekord beim Sommer im Park

Gab Persönliches von sich preis: Liedermacher Hannes Wader beim Sommer-Abschluss in Vellmar. Foto: Fischer

Vellmar. Wer hätte das gedacht? 100 Extra-Stühle mussten am Sonntagabend her, um den Publikumsandrang zum Abschlusskonzert der Reihe Sommer im Park einigermaßen zufriedenzustellen, sodass fast tausend Menschen Hannes Wader erleben konnten.

Als einer der letzten aktiven sogenannten deutschen Liedermacher der ersten Stunde verfügt er offensichtlich noch immer über eine zahlreiche Anhängerschaft - was angesichts seiner politischen Überzeugung nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Wahrscheinlich ist es aber gerade dieses Sich-nicht-Verbiegen-Lassen des kantigen, bescheiden auftretenden Siebzigjährigen, was die Zuhörer fasziniert. Schon beim Betreten der Bühne brandete der Beifall auf und wie in allen Konzerten eröffnete Wader mit seinem wohl bekanntesten Lied „Heute hier, morgen dort“, was natürlich sofort erkannt und begeistert aufgenommen wurde.

Einen Schwerpunkt hatte der Songpoet an dem zweiteiligen Konzertabend auf seine aktuelle CD „Nah dran“ gelegt, von der er unter anderem „Boulevard St. Martin“, „Alter Freund“ und „Jeder Traum“ zum Besten gab. Dabei reichen die Themen von Frauengeschichten über Männerfreundschaften bis zum Naziterror. Im „Lied vom Tod“ befasst sich Wader mit der eigenen Endlichkeit, teils berührend, teils auch makaber.

Zu fast jedem Lied gibt Wader interessante, oft auch humorvolle Hintergrundinformationen, vor allem wenn es um Freunde und Weggefährten wie Franz-Josef Degenhardt und Konstantin Wecker oder um Vorbilder wie Pete Seeger und Jacques Prévert geht.

Selbstverständlich lässt das Publikum diese lebende Legende nicht ohne Zugaben von der Bühne und mit „Muss i denn“ und „Ade zur guten Nacht“ plus hundertfachem Chor endet ein außergewöhnliches Konzert mit Standing Ovations für einen großen Künstler.

Von Wolfgang Wollek

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