Vom Torfall von Madrid bis zur falschen Flagge

Panne mit dem Putzmann - Ein Rückblick auf unvergessene Fernsehflops

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Nicht nur bei der ersten Sendung des „Quizduells" ging vieles in die Hose, auch andere Fernsehformate haben hin und wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die schönsten TV-Pannen im Überblick.

Im Fernsehen, besonders in Live-Sendungen, kann einiges schief laufen. Das bekam Moderator Jörg Pilawa zu spüren, als bei der ersten Folge des neuen ARD-Ratespiel-Formats „Quizduell“ die Technik ausfiel und die Interaktion mit den Zuschauern zu Hause, die als Innovation angepriesen war, gar nicht erst stattfand. Pilawa musste improvisieren und die 60 Minuten Sendezeit so gut es geht überbrücken. Mit diesem Schicksal steht er nicht allein da: Auch in anderen Fernsehsendungen sind in der Vergangenheit Pannen passiert, die in Erinnerung geblieben sind.

Torfall von Madrid: Noch vor dem Anpfiff zum Champions-League-Halbfinale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund 1998 rissen spanische Fans einen Schutzzaun samt Tor um. Bis ein neues Tor aufgestellt werden konnte, dauerte es geschlagene 76 Minuten, die Kommentator Marcel Reif und Moderator Günther Jauch überbrücken mussten. Mit Sprüchen wie „Ein Tor würde dem Spiel wirklich gut tun“ (Reif) und „Für alle, die nicht rechtzeitig eingeschaltet haben: Das erste Tor ist schon gefallen“ (Jauch) unterhielten die beiden die Zuschauer vortrefflich und bekamen dafür später den Bayerischen Fernsehpreis.

Der veralberte Legastheniker: Götz Alsmann und Christine Westermann nahmen in ihrer WDR-Sendung „Zimmer frei!“ 1999 den Moderator Cherno Jobatey wegen seiner Legasthenie mächtig auf die Schippe und sind dabei offenbar ein wenig zu weit gegangen. Alsmann klebte Jobatey ein ABC-Pflaster auf die Stirn, ihm wurde eine Buchstabensuppe serviert und Westermann und Alsmann fragten den Moderator, wie man „Orthografie“ oder „Kommunalobligation“ schreibt. Zunächst ließ sich dieser das noch gefallen, kurze Zeit später verließ er aber genervt das Studio.

Die doppelte Neujahrsrede von Kohl: Peinlich für die ARD war die Panne am Silvesterabend 1986. Nach der „Tagesschau“ sollte die Neujahrsansprache des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl ausgestrahlt werden. Blöd nur, dass er am Ende seiner Rede alles Gute für das Jahr 1986 - und nicht für 1987 - wünschte. Die ARD hatte anstelle der aktuellen Rede die Ansprache vom Vorjahr ausgestrahlt. Ohne die Wünsche wäre das vermutlich nicht aufgefallen.

Die falsche Deutschlandflagge: Unvergesslich ist die Flaggen-Panne in der „Tagesschau“ 2008: Bei einem Bericht über das Halbfinale der Fußball-EM Deutschland gegen die Türkei war die Hintergrundgrafik mit einer türkischen und einer deutschen Flagge versehen - jedenfalls sollte das so sein. Stattdessen zierte eine Flagge in Rot-Schwarz-Gold (statt Schwarz-Rot-Gold) die Wand hinter Moderator Tom Buhrow.

Kleinere Patzer: Auch sie schrieben Fernsehgeschichte:

• Legendär etwa ist der Versprecher der Moderatorin des ZDF-Sportstudios Carmen Thomas, die aus „Schalke 04“ „Schalke 05“ machte.

• Im Februar 2000 lief in der ARD ein Putzmann durchs Bild und leerte den Papierkorb, während Susanne Daubner die Nachrichten vorlas.

• 2013 berichtete ARD-Reporterin Kirsten Girschick von den ersten Reaktionen in der CSU-Zentrale auf das Wahlergebnis und befand:„Die Erektionen hier sind euphorisch.“

• In Stefan Raabs Pro7-Show „TVtotal“ übergab sich ein Studiogast, der beweisen sollte, dass man nach zwei Maß Bier noch Auto fahren kann.

Von Sina Beutner

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