First Class Blues Band im Theaterstübchen

Pannen und viel Humor

Kassel. Solche Abende wie am Donnerstag im Theaterstübchen gibt es halt: Der Gitarrist gerade noch rechtzeitig aus Sri Lanka eingeflogen, der Bassist gesundheitlich angeschlagen (vor dem letzten Stück musste er seinen Hocker und die Bühne verlassen), die CDs vergessen – spätestens dann kann man als Musiker tatsächlich den Blues bekommen.

Die Gruppe mit dem nicht unprätentiösen Namen First Class Blues Band versuchte, derartige Missgeschicke mit Galgenhumor zu nehmen – allen voran Saxofonist und Mundharmonika-Virtuose Thomas Feldmann. Er verlangte sich und seinen Instrumenten alles ab und bot röhrende, röchelnde, überblasene Töne und synkopierte Ostinato-Läufe in zahlreichen Soli – vom vielköpfigen Publikum häufig mit Szenenapplaus belohnt. Auch Gitarrist Jan Hirte und Bandleader Christian Rannenberg am Piano erhielten in nahezu jedem Stück ausgiebige Solopassagen.

Sicherheitshalber gab Feldmann vor Liedbeginn stets die jeweilige Tonart und manchmal auch den Titel durch – nicht zuletzt dadurch erweckte das Konzert den Eindruck einer relaxten Jam-Session mit viel Slowblues à la „How Long“, angereichert mit Swing, Shuffle und ein wenig Boogie. Das alles wurde in einem sehr traditionellen Gewand serviert, routiniert und ohne auffällige Fehler, doch Bassist Kevin DuVernay und Schlagzeuger Tommie Harris hielten das Risiko aufgrund ihrer Begleitung auch vergleichsweise gering. So richtig wollte der Funke nicht überspringen. Auch die ultimative Aufforderung „Aufstehen oder wir spielen nicht weiter“ konnte die Zuhörer nicht wirklich mitreißen.

Von Wolfgang Wollek

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