Paparazzo auf der Spur der Melodien

Florian Brauer Archivfoto: Socher

Kassel. „Das habe ich schon irgendwo gehört.“ Das denken viele, wenn sie ein Musikstück hören - und gehen zur Tagesordnung über. Nicht so Florian Brauer, Tenor und Musikpädagoge aus Kassel. Er erfand den Musik-Paparazzo, eine Varian-te des Paparazzo, der Prominenten folgt.

Der Musik-Paparazzo geht Noten nach und forscht, wo Melodien - oder manchmal Motive - verwendet wurden. Das Rezept: Man nehme einen Elvis-Song, entferne die Synkopen, verändere die Tonlänge und ... landet bei Schubert.

Erstaunliches entdeckte Brauer bei seinen Forschungen: Zusammenhänge zwischen Tokio Hotel und Stasi, Michael Jackson konnte Billighosen nicht leiden und, und, und ... Die sensationellen Enthüllungen sind es wert, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden als den begeisterten Hörern im ausverkauften Gemeindesaal der Kreuzkirche.

Brauer setzt in seinem temporeichen Programm seine außerordentlich wandlungsfähige Stimme mit imitatorischen Fähigkeiten (Beckenbauer, Udo Lindenberg!) von der Tiefe eines Johnny Cash bis zum Wohlklang eines Schubertliedes ein. Die Spannbreite wird erweitert durch das seltene Falsett. Unterstützung hatte er in Manuel Gehrke (Klavier) und Stefan Helg (Gitarre). Lang anhaltender Beifall.

Von Gerhard Rassner

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