Papiertheater beeindruckt mit Kandinskys „Der gelbe Klang“

Farbkomposition: Eine Szene des Papiertheaters. Foto: Fischer

Kassel. An so eine Theaterbühne muss sich das Auge erst gewöhnen. Wie ein Guckkasten sieht sie aus. Umfang und Tiefe messen etwa einen Quadratmeter. Sobald Musik, Farben und kleine, aus Papier gefertigte Hauptdarsteller zu sensiblen Impressionen verschmelzen, vermag dieser Blickfang zu faszinieren.

Papiertheater wurde am Samstag und Sonntag in der Buch-Oase gespielt. Beide Vorstellungen waren bestens besucht.

Die Spieler in der Buch-Oase agierten hinter einem schwarzen Vorhang, zugleich Kontrast zum illuminierten Guckkasten. Dagmar Dotting, Harald Knöfel, Lena Lang, Susanne Mihm-Lutz, Tanja Mrotzkowski, Ulla Wallbach und Sabine Wilms haben im Rahmen eines Projektes der Kunsthochschule Wassily Kandinskys (1866-1944) Bühnenkomposition „Der gelbe Klang“ für ihre Papiertheaterwelt adaptiert.

Diese Miniaturtheater haben eine lange Tradition. Ab 1810 wurden sie als „Ausschneidebogen“ in Deutschland und England produziert. Ganze Opern wurden so nachgespielt.

Ein Jahr lang dauerte die Vorbereitung. Die Mühe hat sich gelohnt. Die Wirkung war eindrucksvoll. Und das, obwohl das Stück auf Handlung verzichtet. Es geht um den Moment, um Licht und Farbe, um Stimmungsbilder. Die untermalende Musik - mehr skurril und gebrochen denn harmonisch - vertieft die Wirkung.

Die Studenten hielten sich an die Vorgaben Kandinskys. Sein „Gelber Klang“ ist eine genau festgelegte Komposition aus Farben, Klang und Bewegung. Fünf gelbe Riesen sind die zentralen Gestalten.

Über Stäbe und Fäden wurden die Figuren geführt. Die sensible Inszenierung lässt sich schwer mit Worten beschreiben. Es ist wie mit einem Bild, das tief einwirkt. Das Publikum bedankte sich für das 40-Minuten-Stück mit viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.