War Parodist Matze Knop eigentlich komisch im Kasseler Star-Club? - Pro und Kontra

Parodist Matze Knop

Matze Knop war die Entdeckung der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Während des Turniers in Südafrika witzelte sich der Comedian aus Lippstadt in die Herzen der Fans.

Seine Parodien auf Stars wie Franz Beckenbauer und Jürgen Klopp werden auf bild.de millionenfach angeklickt. Mittlerweile füllt der 36-Jährige große Hallen. Im seit Monaten ausverkauften Kasseler Star-Club spielte er nun noch einmal im kleinen Kreis vor 200 Gästen. Aber war er auch lustig? Das fragten sich unsere Redakteure.

Pro: Unter Ökostrom

Noch ist nicht gänzlich geklärt, ob Franz Beckenbauer und Matze Knop nicht doch ein und dieselbe Person sind. Eines aber steht fest: Knop erzielt dieselbe Wirkung wie der Fußball-Kaiser. Er labert den größten Mist - das allerdings mit höchstem Unterhaltungswert. Dabei ist Knop der perfektionierte Beckenbauer. Er kann nicht nur innerhalb eines schier endlosen Satzes seine Meinung zigfach ändern, sondern auch sein Wesen. Dann ist er zwischendurch halt mal Louis van Gaal, Luca Toni oder Jürgen Klopp. Das Talent des Lippstädters reicht aber weiter, als Fußballer zu parodieren. Knop hat die Gabe, mit seinem Publikum zu spielen: mit Ulrike, mit Kalle, mit Fußball-Weltmeister Uwe Bein, der allem Anschein nach kein Double nach Kassel geschickt hatte, und vor allem mit dem Mann, der sein Geld mit Ökostrom verdient. Knop steckt alles, was er aufsaugt an Informationen, in eine Art Mixer und spuckt sie dann wieder ungeordnet aus wie Franz Beckenbauer, wenn er ein Fußballspiel analysieren soll. Plötzlich meint Knop, Bein habe früher wie unter Ökostrom gespielt. So gesehen haben die 200 Zuschauer einen Matze unter Vollspannung erlebt.

Florian Hagemann

Kontra: Alles nur Verkleidung

Wie genial seine Parodien sind, erzählt Matze Knop gern selbst. Einmal, so schilderte der Komiker im Star-Club, habe ihm Jürgen Klopp gesagt, dass ihm erst in einem seiner Filme aufgefallen sei, wie lang und dick seine Koteletten seien. Sofort habe er sie gestutzt. Damit ist alles über Knops angebliche Parodienkunst erzählt, die fast ausschließlich von der Verkleidung und einigen abgeschauten Macken lebt, die Knop bis zum Geht-nicht-mehr wiederholt. Im Fall von Klopp bedeutet das, dass er 50-mal pro Minute „geil“ sagt. Inhaltlich sind seine Witze so gehaltvoll wie Fußballer-Interviews nach Spielende. In Kassel zeigte Knop, wie er als Franz Beckenbauer verkleidet Franz Beckenbauer traf. Das hätte saukomisch werden können, aber Knop ließ den Kaiser oberlangweilig Ergebnisse tippen. Das ist so, als würde ein Stürmer nach einer genialen Vorlage aus fünf Metern am leeren Tor vorbei schießen. Mehr als zwei Stunden dauert Knops Programm „Operation Testosteron“. Über eine Stunde erzählt er Mario-Barth-Witze wie diesen hier: „Wie nennt man eine Türkin mit Holzbein? Ayse rustikal.“ Wie nennt man Knops Humor? Komik rustikal.

Matthias Lohr

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