Galakonzert zum zehnjährigen Bestehen bei den Göttinger Händel-Festspielen

Party für ein Orchester

Jubel: Das Festspiel-Orchester Göttingen und sein Leiter Laurence Cummings (am Cembalo) ließen sich in der Göttinger Stadthalle feiern. Foto: Strunk

GÖTTINGEN Mit „Happy Birthday“, Pauken und Trompeten feierte das Festspiel-Orchester Göttingen (FOG) am Pfingstwochenende sein zehnjähriges Bestehen. 2006 wurde es als ständiger Klangkörper der Internationalen Händel-Festspiele vom damaligen Leiter Nicholas McGegan mit dem Segen der organisatorischen Leitung gegründet.

Von Anfang an war es mehr als eine „Capella telefonica“, sondern eine Truppe mit relativ fester Besetzung, die für Oper und Konzert eingesetzt werden konnte. Die Party dauerte drei Stunden und endete mit drei Zugaben und gewaltigem Applaus in der ausverkauften Göttinger Stadthalle.

Der heutige Leiter Laurence Cummings bezeichnete das FOG als das beste Orchester der Welt. Darin muss man ihm vielleicht nicht folgen, aber das Niveau des Barockensembles, das in großer Besetzung auftrat, ist schon sehr gehoben.

Was zu hören war, ist Ergebnis sehr sorgfältiger Probenarbeit. Cummings braucht keine Mätzchen, keine Übersteuerung, keine aus dem Zusammenhang gerissenen Eruptionen. Alles fließt wie in der 50-minütigen „Wassermusik“ von Georg Friedrich Händel. Jeder Satz der Suite hatte seinen eigenen Charakter im Rahmen eines einheitlichen Ganzen. Eine hohe Detailgenauigkeit (die bei McGegan manchmal fehlte) und exquisite Solisten, besonders unter den Bläsern, machten das feuchte Stück zum Genuss.

Vorzügliche Solisten

Vor der Pause gab es drei Werke. Einer Sinfonie von Carl Philipp Emanuel Bach, die in ihrer historischen Stellung zwischen Barock und Klassik interessant ist, folgte ein Konzert für zwei Traversflöten und Orchester von Johann Joachim Quantz, bei dem sich Kate Clark und Brian Berryman als vorzügliche Solisten präsentierten, auch wenn das floskelhafte Stück nicht unbedingt Feierlaune verströmte.

Johann Sebastian Bachs 5. Brandenburgisches Konzert ist da natürlich anderen Formats. In der Minimalbesetzung mit nur sieben Musikern erklang das Werk mit dem herausgehobenen Cembalopart, den Cummings in alter Manier selbst übernahm.

Von Johannes Mundry

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