Anheizer mit Hüftschwung und Grimassen

Partymeile Gottschalkstraße: Skannibal Schmitt beim Frühlingsfest

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Nachname egal: Cédric, genannt Zouzou, Frontmann von Skannibal Schmitt, beim Auftritt seiner Band.

Kassel. Nanu? Was ist das für ein verrückter Typ im Publikum? Getarnt mit Sturmmaske und dicker schwarzer Sonnenbrille provoziert er Besucher, springt gar auf die Bühne. Kein Sicherheitsdienst in der Nähe? Nicht nötig, der Typ gehört dazu.

Cédric, genannt Zouzou, Frontmann von Skannibal Schmitt, liebt es, erst vor, dann auf der Bühne den wilden Mann zu geben. Den Clown, den Anheizer mit Hüftschwung und Grimassen. Das passt zur energetischen Formation aus Straßburg. Samstagabend heizte sie beim Schlachthof-Frühlingsfest auf der Open-Air-Bühne an der Gottschalkstraße mit einem wilden, basslastigen Mixt aus Ska, Rock, HipHop, Afrobeat und einer Prise Punk ein. Vor fast 500 Besuchern.

Die Stimmung wuchs beständig. 50 Besucher tanzten vor der Bühne, der Rest wippte im Stehen. Frühlingsfest: Die Luft war gefüllt von Musik, Stimmengewirr, Imbissbuden-Aromen und Partylaune – aber auch vom WM-Fieber. „Wir haben noch Zeit“, rief ein Italiener Landsleuten zu und verschwand in der Menge. Wer gekommen war wegen leichtfüßiger Ska-Musik, war etwas enttäuscht, wer einfach abfeiern wollte, war goldrichtig.

Die Stücke lebten von der Spielfreude der sechsköpfigen Formation, vom Sprech-, besser Rufgesang, der in Französisch oder Spanisch in die Mikros gewuchtet wurde, besonders aber von den treibenden Melodie-Soli der Bläserfraktion. Auf das Schlagzeug knüppelte ein junger Mann ein, der Tryphon gerufen wird, die Gitarre bediente Matthias, den Bass Maihoub, genannt Grison. Dass die Band die Nachnamen aus ihren Konzertankündigungen rauslässt, ist nur eine von vielen kleinen ironischen Selbstinszenierungen. Warum auch Namen sprechen lassen, wenn ihre Musik genug sagt. „Einer geht noch“, skandierten die Besucher nach dem letzten Stück und bekamen ihre Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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