Passion und Empathie: Rey Valencia im Schlachthof

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Sang vor ausverkauftem Haus: Rey Valencia.  

Kassel. Rey Valencia, chilenischer Gitarrist mit Wohnsitz in Kassel, bot bei seinem Soloauftritt im Kulturzentrum Schlachthof ein Programm, das sich Klischees verweigerte.

Es muss ein gravitätisches Gefühl sein, wenn man als Musiker neben vielen Ensemble-Aktivitäten ein Soloprogramm konzipiert, welches sich bei der Premiere großer Anteilnahme und Zustimmung erfreut. So geschehen am Freitagabend im Kulturzentrum Schlachthof.

Der gebürtige Chilene Rey Valencia, mit Wohnsitz in Kassel, präsentierte sein Programm „Amor y Revolución“ vor ausverkauftem Haus und verstand es, das Publikum mit traditioneller lateinamerikanischer Folklore aus Chile, Argentinien, Uruguay und Kuba zu begeistern. Und das trotz oder gerade wegen seines thematischen Ansatzes, nicht die klischeehaften Formeln von einer Musik abzurufen, die in den Partyhirnen aufgeheizter Klimatouristen nur von Sonne, Erotik und Spaß dominiert wird.

In Süd- und Mittelamerika sind Themen wie Revolution, Widerstand gegen Oligarchen und Diktatoren sowie das Leid des kleinen Mannes essentieller Bestandteil der musikalischen Tradition, deren Protagonisten immer auch ein enges Verhältnis zu heimischen Schriftstellern und Poeten pflegten. Für Rey Valencia ist es ein tiefes Anliegen, diese Kultur weiterzutragen, und so verwendet er bei seinem Konzert auch viel Zeit für die Übersetzung der Liedtexte. Auch wenn er dabei etwas plattitüdenhaft formuliert, so spürt man doch das emotionale Engagement und die Empathie, die ihn zu diesem Programm inspirierte.

Gefühlvoll modelliert er die Geschichten in intensive Gesangslinien und begleitet sich dabei geschmackvoll reduziert auf seiner Gitarre. Natürlich schmalzt er auch die eine oder andere Liebesschnulze in das Mikrofon. Auch das gehört zu einem authentischen Südamerikaner. Große Gefühle lassen sich nun mal nicht in Denkschubladen einsperren. Großer Applaus und mehrere Zugaben.

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