Marco Comin dirigierte beim Sonntagskonzert Britten, Dvoak und Haydn

Marco Comin Foto:  Schoelzchen/ nh

Kassel. Eine der eindrucksvollsten Sinfonien von Joseph Haydn präsentierten das Staatsorchester und Dirigent Marco Comin, der 1. Kapellmeister des Staatstheaters Kassel, beim Auftakt der Sonntagskonzerte.

Die 1792 in London uraufgeführte Sinfonie Nr. 98 B-Dur hat einen außergewöhnlich ernsten zweiten Satz mit Anklängen an die englische Hymne „God save the King“ und Mozarts „Jupiter“-Sinfonie.

Man vermutet, dass Haydn dieses schmerzliche Adagio in Gedenken an seinen Komponistenkollegen und Freund Mozart schrieb, der im Dezember 1791 gestorben war. Der tief berührende Ton von Haydns Requiem für Mozart wurde im Opernhaus nicht optimal getroffen. Das Pathos, das sich in der Satzmitte aufbaut, wirkte fast beiläufig überspielt.

Auch der dritte Satz hätte vom Dirigenten differenzierter gestaltet werden können, mit unterschiedlichen Tempi für Menuett und Trioteil. Wirkung hatte Haydns Pointe im Finalsatz, wo unerwartet Soli für Violine und Tasteninstrument auftauchen - hier von Konzertmeister Razvan Hamza (Violine) und Thomas Rimes (Hammerflügel). Insgesamt ließen die ersten Geigen aber Wünsche in der Präzision offen.

Im ersten Konzertteil gab es für die 570 Zuhörer Benjamin Brittens Suite „Matinées musicales“ nach Melodien von Rossini sowie - viel interessanter - die Serenade op. 44 von Antonín Dvoák.

Sie bot zehn Bläsern und zwei tiefen Streichern die Möglichkeit, mit einem musikantischen und fantasievollen Werk zu glänzen.

Kinderbetreuung

Eine schöne Idee ist die neue Kinderbetreuung bei Sonntagskonzerten. Während die Erwachsenen Britten/Rossini und Dvoák hörten, bereitete die Konzertpädagogin Carola Kobielak im Orchesterprobenraum eine Kindergruppe auf Haydns Sinfonie vor. Das tiefgründige Adagio wurde mit Orff-Instrumenten durchgegangen, bevor die Kinder die Sinfonie beim Konzert erlebten.

Von Georg Pepl

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