Bach und Neue Musik in der Martinskirche

Ein perfektes Zusammenspiel

Kassel. Nur wenige zeitgenössische Komponisten verfügen über eine ähnliche Schaffenskraft wie Wolfgang Rihm. Innerhalb seiner über 400 Werke spielt die Kammermusik eine besonders wichtige Rolle. Dabei schreckt Rihm auch nicht vor exotischen Besetzungen wie in seinem „Protokoll - ein Traum“ für sechs Celli zurück.

Am Dienstag stand das eindrucksvolle Werk des 58 Jahre alten Karlsruhers auf dem Programm der Reihe „Neue Musik in der Kirche“. Aufgeführt wurde das klanglich bedrohlich wirkende Werk unter anderem von dem Cellisten Wolfram Geiss, der auch drei Sätze aus Bachs wohl bekanntester Cellosuite G-Dur gekonnt darbot.

Neben Geiss überzeugte auch dessen Staatstheaterkollegin Katalin Hercegh mit mehreren solistischen Beiträgen. Die Konzertmeisterin des Staatstheaters bewies ihre Vielseitigkeit mit Jörg Widmanns „Etüde I“ für Violine solo und vier Sätzen aus Bachs Solopartita h-Moll. Dabei stand auch Rüdiger Spuck mit der Interpretation von Bernd Alois Zimmermanns „Sonate für Bratsche solo“ den professionellen Leistungen seiner Kollegen in nichts nach und erhielt von den 60 Zuschauern in der Chorkirche St. Martin kräftigen Applaus.

Der Höhepunkt des Programms war jedoch Wolfgang Rihms „Am Horizont - Stille Szene“, welche insbesondere durch seine interessante Instrumentierung für Violine, Cello und Akkordeon einen ganz eigenen Charme entwickelt. Dass diese Vorzüge auch in diesem Konzert zur Geltung kamen, war den hervorragenden Instrumentalisten Mykola Avramchuck, Katalin Hercegh und Wolfram Geiss zu verdanken, die nicht nur ein perfektes Zusammenspiel zu Gehör brachten, sondern auch die in der Partitur festgehaltenen szenischen Anweisungen befolgten.

Von Sebastian Krämer

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