Legal kann man auch Folgen bei out.tv gucken

RuPaul's Drag Race: Student startet Petition für mehr Travestie auf Netflix

+
Sie sind die unterhaltsamen Stars, die sich auch mal gern in Damenunterwäsche präsentieren: Die Teilnehmerinnen bei "RuPaul's Drag Race". Auch die Drag Queens, die am Ende nicht gewinnen, bekommen durch die beliebte US-Show eine größere Fan-Gemeinde und häufiger Buchungen für Auftritte. Die Queens auf der Collage waren alle bei der US-Show dabei und sind inzwischen erfolgreich im Show-Geschäft. Oben links präsentiert sich Ginger Minj mit blondem Haar. Rechts oben posiert Violet Chachki, die Gewinnerin der 7. Staffel, in Reizwäsche. Links unten zeigt sich Farrah Moan mit einem verführerischen Augenaufschlag. In der rechten unteren Ecke ist im Vordergrund Trinity Taylor zu sehen, die sich extra für ihre Karriere den Hintern vergrößern ließ.

Unechte Brüste, Glitzerschminke, sexy Schuhe und wallende Perücken: "RuPaul's Drag Race" ist für Travestie-Fans ein Muss. Doch auf Netflix gibt es nur drei Staffeln. Eine Petition soll das ändern.

Artikel aktualisiert am 20. Juni 2018 - Fabian Kleiser ist 19 Jahre alt, kommt aus Konstanz und ist ein riesiger Fan von RuPaul - dem Entertainer, der selbst für US-amerikanische Verhältnisse die Regeln der Unterhaltung auf den Kopf stellt. 

RuPaul Charles ist jedoch nicht einfach nur ein Mann, der gern in Frauenklamotten auftritt. Er ist eine Art TV-Multitalent: Moderator, Sänger, Schauspieler, Regisseur und Designer - all diesen Berufen geht der schillernde Amerikaner nach. Und er hat für eine Vielzahl von Anhängern eine Vorbildfunktion. Der bekennende Homosexuelle steht für viele Schwule und Lesben in den USA für Integration und den Kampf gegen Homophobie. Der heute 57-Jährige ist zudem ein Vorreiter der Drag-Bewegung in den USA.

Multitalent und TV-Gesicht: RuPaul ist nicht nur als Drag Queen bekannt - der Paradiesvogel der amerikanischen Unterhaltungsindustrie ist auch als Sänger, Moderator und Schauspieler ziemlich erfolgreich.

Unter anderem ist RuPaul auch der Erfinder und Moderator von "RuPaul's Drag Race" - offensichtlich dem Lieblingsformat von Fabian Kleiser. Denn eigens für diese Show hat der Student nun eine Petition gestartet. "RuPaul ist eine Ikone, die schon früher ihrer Zeit immer voraus war - und gesellschaftliche Tabus bricht", sagt Kleiser über den Künstler. 

Petition für "RuPaul's Drag Race" auf Netflix in Deutschland

Im Prinzip ist die Sendung nichts anderes als eine Casting-Show - ähnlich, wie wir es aus Formaten wie "Germany's Next Topmodel" kennen. Die Teilnehmer sind alle samt Drag Queens - hier würde man sie als Travestie-Künstler bezeichnen. Am Ende wird eine Siegerin gekürt. Sie gewinnt 100.000 Dollar und einen Jahresvorrat Schminke.

Wo kann man "RuPaul's Drag Race" gucken? Aktuell kann der deutsche Netflix-Nutzer drei Staffeln "RuPaul's Drag Race" ansehen. In den USA läuft inzwischen aber schon die zehnte Staffel. Das ist für viele Fans ärgerlich. "Es gibt einfach keinen legalen Weg, die anderen Staffeln der Sendung in Deutschland zu sehen. Zumal sich inzwischen viele Leute dafür interessieren", erklärt Kleiser. Das hat sich inzwischen aber geändert. Der Sender out.tv, der mit "bestem schwulen Fernsehen" wirbt, hat die Show auch im Programm.

Fabian Kleiser wurde kürzlich via Twitter auf die Show aufmerksam und entwickelte sich in kurzer Zeit zum großen Fan. Schnell waren alle vorhanden Folgen angesehen. Das bewegte ihn auch zum Handeln. Die Idee entstand spontan: "Ich stand neulich in der Uni-Bibliothek. Da kam mir ganz plötzlich der Gedanke: Du startest jetzt eine Petition."

Ein großer Fan von "RuPaul's Drag Race": Fabian Kleiser ist Student und lebt in Konstanz. Nun hat er eine Online-Petition gestartet. Sein Ziel: Netflix soll alle Staffeln der US-Travestie-Show für Nutzer in Deutschland zugänglich machen.

Seinen Plan verwirklichte Kleiser, der Politik und Verwaltungswissenschaften studiert, mit Hilfe des Internets. Über die Seite change.org rief er die Petition schließlich ins Leben. "Die Show schürt im Gegensatz zu Sendungen wie 'Germany's Next Topmodel' keine Geschlechterressentiments, Sexismus oder ähnliches, sondern ist ein Plädoyer für Offenheit und ein friedliches Zusammenleben", schreibt Kleiser in der Beschreibung seiner Petition. Die klare Forderung lautet: "Um der Show auch in Deutschland das Potenzial zu bieten zum gesellschaftlichen Fortschritt beizutragen und die Show legal zu ermöglichen, appeliert diese Petition an Netflix Deutschland, die gesamte Show in ihren Streamingdienst aufzunehmen."

Hier geht es zur Petition ""RuPaul's Drag Race" auf Netflix Deutschland"

Mitmachen kann jeder. Digital kann man eine Unterschrift hinterlassen. Die Verifizierung als echte Person erfolgt beispielsweise über das eigene Facebook-Konto. Die Teilnahme an der Online-Petition ist kostenlos.

RuPaul's Drag Race auf out.tv gucken

Wer aktuell nicht auf die 10. Staffel bei Netflix warten kann, der hat die Chance, die Show bei out.tv zu gucken. In Deutschland ist der Sender mit "RuPaul’s Drag Race All Stars" Staffel 3 im Januar 2018 gestartet. Wie bei Netflix muss man sich als Nutzer über ein Abo behelfen. Im Fall von Staffel 10 liegt der Betrag bei 9,99 Euro pro Monat. Die erste Folge der 10. Staffel "RuPaul's Drag Race" gibt es übrigens gratis im Netz bei out.tv zu sehen. Diese Staffeln sind beim Sender verfügbar:

  • RuPaul's Drag Race All Stars Staffel 3 (Gratis)
  • RuPaul's Drag Race Staffel 9 & Untucked (Premium Abo)
  • RuPaul's Drag Race Staffel 10 & Untucked (Premium Abo, wobei jeweils die erste Folge gratis ist)
  • Bisher beschränkt sich dieses Angebot auf das Internet. Doch das Marketing des Online-Senders lässt verlauten: "Auch ist es unsere Absicht, in Zukunft auch in Deutschland mit einem TV-Sender an den Start zu gehen, wo wir dann natürlich auch 'RuPaul's Drag Race' ausstrahlen werden." Einen konkreten Termin für die Umsetzung dieses Plans gibt es aber offenbar noch nicht.

Was bedeutet Drag?

Drag ist eine Kunstform. In der Regel verkleiden sich Männer als Frauen - es gibt aber auch eine Variante, die als Boy Drag bezeichnet wird. Doch das kunstvolle Schminken und Verkleiden ist nicht alles. Eine Drag Queen sollte einen hohen Unterhaltungswert haben. Oftmals treten die Künstler mit einem Comedy-Programm auf, in dem auch getanzt und gesungen wird. In den meisten Fällen sind Drag Queens Alleinunterhalter. In der heutigen Zeit sind viele Drag Queens auch Social-Media-Stars mit vielen Millionen Followern auf Instagram.

Angeblich soll schon der Schriftsteller William Shakesbeare den Begriff Drag benutzt haben. Dabei soll es sich um eine Abkürzung handeln. Der englische Autor hat Gerüchten zufolge an den Rand seiner Notizen für diverse Dramen-Aufführungen "dressed as a girl" geschrieben. Da Frauen zu Zeiten Shakesbeares nicht als Schauspielerinnen auf der Bühne stehen durften, mussten sich Männer als Frauen verkleiden und auftreten.

Auch in Deutschland gibt es recht bekannte Drag Queens. Dazu zählen beispielsweise Olivia Jones, die in Hamburg auch als Kiezgröße gilt, und Lilo Wanders. Wanders moderierte unter anderem die Vox-Sendung "Wa(h)re Liebe" (1994 bis 2004), in der sich alles rund um das Thema Sex drehte. In der jüngsten Staffel von "Germany's Next Topmodel" waren 2018 erstmals Drag Queens Teil der Sendung. Jede Kandidatin musste mit einer Drag Queen gemeinsam auftreten. Die positive Resonanz in den sozialen Medien war groß.

Das Video ist nicht Bestandteil der HNA-Berichterstattung. Es gehört zum Angebot der Video-Plattform Glomex.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.