Petra Somlais tolles Benefizkonzert für den Hammerflügel des Stadtmuseums

Benefizkonzert im Bundessozialgericht: Petra Somlai spielte auf einem Hammerflügel von 1818. Foto: Zgoll

Kassel. Felix Mendelssohn Bartholdys berühmte „Variations sérieuses“ gehören zu den Meisterwerken romantischer Klaviermusik. Unzählige Pianisten haben diese 16 Variationen samt Schluss-Presto eingespielt.

Tatsächlich wurden die 1842 veröffentlichten Variationen seinerzeit noch auf einem Hammerflügel gespielt, einem kleineren Vorläufer des modernen Konzertflügels, der einen Holzkorpus noch ohne Metallgussrahmen besitzt.

Welch ein faszinierendes Klangerlebnis die Mendelssohn-Variationen auf einem Hammerflügel gespielt bieten, das vermittelte die ungarische Pianistin Petra Somlai bei ihrem Benefizkonzert zugunsten des zu restaurierenden 200 Jahre alten Hammerflügels des Kasseler Hofinstrumentenbauers Johann Heinrich Völler, der nach der Neueröffnung des Stadtmuseums dort ausgestellt – und auch gespielt – werden soll.

Das Konzert im Bundessozialgericht bestritt die 33-Jährige, die zu den herausragenden Interpretinnen auf historischen Tasteninstrumenten zählt, auf einem 1818 gebauten Flügel aus der Sammlung des Schauenburger Instrumentenbauers Jürgen Ammer.

Natürlich beeindruckte die Virtuosität, mit der Somlai die anspruchsvollen Variationen spielte. Doch ebenso faszinierten ihre subtile Musikalität und der Nuancenreichtum, mit dem sie den feinen Hammerflügelklang modulierte. Feinste dynamische Abstufungen und flexible Tempi kennzeichneten ihr Spiel, das gleichwohl klar und zielgerichtet war und ohne Manierismen auskam.

Zuvor hatte Somlai die knapp hundert Zuhörer mit Stücken von Clara Schumann, John Field und Camille Pleyel auf den sanften Klang des Flügels eingestimmt. Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die „Drei Klavierstücke“ D 946 von Franz Schubert, jedes unter Somlais Händen eine eigene klanglich-thematische Welt.

Das von den Freunden des Stadtmuseums und dem Rotary-Club Baunatal veranstaltete Konzert endete charmant mit Beethovens bekanntestem Klavierstück als Zugabe: dem Albumblatt „Für Elise“.

Jürgen Ammer äußerte zum Schluss den Wunsch, die in Den Haag lebende Künstlerin möge auch das Einweihungskonzert des Völler-Flügels im Stadtmuseum bestreiten. Dem kann man sich nur anschließen.

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