Pharrell Williams: Der Mann mit dem Hut macht alle glücklich

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Der Mann mit dem Hut: Nicht nur mit „Happy“ ist US-Sänger Pharrell Williams ein Hit gelungen.

Vielleicht ist der US-Musiker Pharrell Williams gerade der glücklichste Mensch der Welt. Sein Song „Happy“ führt fast überall die Hitlisten an. In den entlegensten Winkeln des Erdballs tanzen die Leute zu dem Lied des 40-Jährigen aus Miami.

Und Glücksgott Pharrell? Lässt seiner Laune freien Lauf und sagt: „Was da gerade passiert, ist überwältigend krass. Ich komme mir vor wie das Kind, das im Spielzeugladen von den Eltern vergessen wurde und sich nun alles aussuchen kann, was es haben will.“

Die Pharrell-Williams-Festspiele begannen 2013, als der aus Virginia stammende Hobby-Skater zur gleichen Zeit als Sänger von Daft Punks „Get Lucky“ sowie als Co-Autor und Produzent von Robin Thickes „Blurred Lines“ auf den Plan trat. Williams war der unumstrittene Sommersong-König. Zu der Zeit existiert auch schon dieses geniale, federleichte „Happy“-Liedchen, das als Single aber erst im November zum Mega-Hit wird.

Dabei war Pharrell ja schon ein Gesicht von früher - freilich eines, das immer noch äußerst jungenhaft aussieht. Die Erfolge, die er mit Chad Hugo als Produzentenduo The Neptunes feierte (Britney Spears, Snoop Dogg), lagen bald zehn Jahre zurück, Williams war nicht mehr der Hitgarant alter Tage, zuweilen schlug er sich mit herzblutarmen Auftragsproduktionen durch.

Aber klammheimlich erfand sich Williams als Sänger und Solokünstler neu. Das erste Album „In My Mind“ hatte 2006 enttäuscht, das neue musste sitzen. Perfekt sein. Das hat er erreicht. Das gerade erschienene „Girl“ ist ein herrlich unkompliziertes Album. Zu ihm muss man einfach lostanzen.

Die Songs klingen größtenteils so schwerelos wie eine Heliumflasche. Sorgen bleiben draußen, auf „Girl“ regiert de große Glückseligkeit. Das Programm besteht aus Funk, aus Soul, aus R&B, aus Pop, es gibt Rhythmen, Beats, Handklatschen, sehr viele kleine Produktionsfeinheiten, die sich erst nach und erschließen, und einen Pharrell Williams, der seine (Falsetto-)Stimme gefunden hat.

Pharrells Faible für die Siebziger ist nicht zu überhören, „Girl“ erinnert von Stimmung und Klanggewand recht deutlich an Michael Jacksons „Off the Wall“-Album aus dem Jahre 1979. Zu den Gästen, die sich bestimmt nicht haben zwei Mal bitten lassen, zählen Miley Cyrus („Come Get It Bae“), Alicia Keys („I Know Who You Are“), Justin Timberlake („Brand New“), und natürlich wieder die beiden Roboterfreunde von Daft Punk (im komplexen „Gust Of Wind“)

Textlich wird in den Songs der Frau als solcher gehuldigt. Manchmal wird es derb, aber oft geht es wirklich um Liebe, Hingabe und Zärtlichkeit. Im Auftaktsong „Marilyn Monroe“ verspricht Williams sogar, selbige stehenzulassen, sobald die eigene Herzdame - Ehefrau Helen Lasichanh - des Weges kommt. Ihr gemeinsamer Sohn heißt übrigens Rocket Man. Ob der Kleine mit diesem Namen glücklich wird?

Pharrell Williams: Girl (Sony). Wertung: fünf von fünf Sternen

Von Steffen Rüth

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