Pink: „Ich war in der Jugend oft dicht“

Pink

Alecia Moore, besser bekannt als Pink, ist zurück. Das neue Album der 33-Jährigen, die seit über einem Jahrzehnt zu den schillerndsten, kreativsten und großklappigsten Popstars der Welt gehört, heißt „The Truth About Love“.

Musikalisch probiert Pink dort sehr viel aus - von Pop über Zirkus-Swing bis Country. Wir sprachen mit ihr.

Alecia, das Video zu Ihrem Hit „Blow me (One last Kiss)“ haben Sie in Schwarzweiß gedreht. Der Film erinnert an die 50er- und 60er-Jahre. Was verbindet Sie mit dieser Epoche?

Pink: Wehmut. War das nicht eine wunderbare Zeit? Ich stehe ohne Ende auf diesen klassischen Stil. Damals war es doch viel einfacher als heute, eine gewisse Würde und eine gewisse Haltung auszudrücken. In alten Filmen gab es oftmals so eine mysteriöse Aura, ein Geheimnis. Diese Art von Magie ist heute einfach weg. Heute gibt es Reality-TV-Shows und diesen ganzen Mist. Die Leute sehen sich nicht mehr etwas an, um ihre Fantasie zu stimulieren, sondern um ihre Fantasie abzutöten. Ich finde das furchtbar bedauerlich.

Stimmt es, dass Sie ein mit 20 Millionen Dollar dotiertes Angebot abgelehnt haben, Jury-Mitglied bei der US-Ausgabe der Castingshow „The X Factor“ zu werden?

Pink: Das stimmt. Und ich hatte auch Angebote von „American Idol“ und von „The Voice Australia“. Doch ich möchte nicht mit diesen Shows in Verbindung gebracht werden. Außerdem hätte ich mich als Teil der Jury verstellen müssen. Ich wäre nicht mehr ich selbst gewesen.

Ehrlichkeit ist Ihnen demzufolge besonders wichtig?

Pink: Sie ist der Schlüssel. Ich rede viel Blödsinn, aber das meine ich ernst: Wer nicht aufrichtig ist im Leben oder in seinem Beziehungen, der wird dafür bezahlen. Ich hasse Lügner, und ich bin stolz darauf, dass ich in dieser Branche nicht zu einer verlogenen, falschen Zynikerin geworden bin.

Ihr Album heißt also nicht von ungefähr „Die Wahrheit über die Liebe“?

Pink: Nein, den Titel habe ich sehr bewusst gewählt.

„Blow me (One last Kiss)“ ist ein Trennungslied. Eine Rückkehr in Ihre Vergangenheit?

Pink: Ein bisschen. Aber der Grundgedanke zu dem Song war nicht dieses: „Es ist mal wieder Zeit, eine neue Fick-dich-Hymne zu schreiben, weil die Leute das erwarten.“ Vielmehr geht es darum, dass wir oft versuchen, die Liebe krampfhaft festzuhalten und sie so ersticken. Liebe hat bei uns immer mit Angst zu tun. Wir haben Angst, uns zu verlieben, Angst, uns zu binden, Angst, uns zu trennen. Wir sollten uns einfach mehr trauen. Aber ich habe gut reden.

Geht es in der traurigen Pianoballade „The Great Escape“ auch um das Thema Trennung?

Pink: Für mich geht es eher um das Gefühl, sich betäuben zu wollen. Wir alle haben ja Wege gefunden, die scharfen Kanten des Lebens zu begradigen, sei es mit Drogen oder diesen Drecksmedikamenten, die deine Gefühle abtöten.

Haben Sie Drogen-Erfahrung?

Pink: Ich war in meiner Jugend oft dicht. Heute brauche ich das nicht mehr. Ich möchte fühlen und mal glücklich, mal voller Furcht, mal voller Kraft sein.

Pink: The Truth About Love (Sony)

Zur Person

Geboren: am 8. September 1979 in Doylestown (Pennsylvania) als Alecia Beth Moore Beruf: Sängerin und Schauspielerin Größter Hit: „Get the Party Started“ (2002) Privates: Lebt mit ihrem Mann, dem Motocross-Fahrer Carey Hart, und der gemeinsamen Tochter (1) in Los Angeles. Das Paar hatte sich zwischenzeitlich getrennt. Sonstiges: Hat gerade den Kinofilm „Thanks for Sharing“ abgedreht“, in dem sie eine Sexsüchtige spielt.

Von Steffen Rüth

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