Pinocchio hat Schnupfen: Kabarettist Martin Lüker im Theaterstübchen

Mit Poesie und malerischen Tönen: Multitalent Martin Lüker im Theaterstübchen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Wind und Brandung, ein spielendes Kind, ein Seevogel und eine Kurkapelle. Idyllisch war die Stimmung, die Martin Lüker im vollen Theaterstübchen hochfahren ließ. Der Kasseler Kabarettist teilte das Publikum in mehrere Gruppen, und die brachten dann Strandgeräusche hervor.

Lüker schlüpfte in die Rolle von Schnurz Piepe. Der ist Luftkurortbeauftragter einer Insel namens Hagedün und betreibt als Abgesandter der Regierung Entspannungspolitik für Vorgesetzte Angela Westerwelle.

„Was liegt am Strand und spricht undeutlich? Eine Nuschel. Wohin geht Pinocchio, wenn er Schnupfen hat? Zum Holznasenohrenarzt.“ Mit beruhigender Stimme gibt Schnurz Piepe den Anti-Stress-Trainer. Humor und „Pösie“ gehören für ihn zu den Säulen der Entspannung.

Bissige Pointen sind da wenig gefragt. Aber damit der Abend nicht zu geruhsam wird, was manchmal fast der Fall ist, spielt der Kabarettist zwischendurch einen genervten Familienvater bei einer Zugfahrt, die aus dem Ruder läuft.

Und der Musiker Lüker überzeugt als Tonmaler. Er klappert mit Löffeln zu Rossinis „Wilhelm Tell“, womit man einen verregneten Urlaubstag gut rumkriegen könne. Er trötet auf einer Gurke den Beatles-Klassiker „Lass das B“. Mit pianistisch feinem Anschlag und den passenden Komponistenzitaten erzählt er eine Liebesgeschichte: „Er zog sie mit Liszt über den Bach, erst war er noch beethövlich, dann wurde er mozärtlich.“

Als Rapper und Tänzer landet er außerdem einen runden Erfolg. Beschwingter Schlussbeifall, drei Zugaben.

Von Georg Pepl

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