Landgraf Carl, lebensgroße Porträts, Kriegsende 1918

Pläne der Museumslandschaft Hessen Kassel für 2018

Steht 2018 im Schloss Wilhelmshöhe im Fokus: Johann Heinrich Tischbein, hier ein Selbstbildnis aus Schloss Wilhelmsthal. Foto: mhk

Kassel. Welche Ausstellungsprojekte plant die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) im Jahr nach dem 300. Herkules-Geburtstag und nach der documenta, für die die Neue Galerie bereits fast ein ganzes Jahr geschlossen ist? Wir geben eine Übersicht.

Landgraf Carl

Traditionell hat die MHK nach jeder documenta den ersten Zugriff aufs Fridericianum, ehe die zeitgenössische Kunst wieder einzieht. Ab dem 16. März wird sich dort erstmals eine große Sonderausstellung dem Landgrafen Carl von Hessen-Kassel als einem der bedeutenden Fürsten der Barockzeit widmen. Vorgestellt wird auch die von Carl maßgeblich erweiterte, erlesene wissenschaftliche Instrumentensammlung. Die Landesausstellung „Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa“ läuft bis zum 1. Juli.

Neue Galerie

Die Sammlung der Moderne mit Gemälden und Skulpturen des 19. bis 21. Jahrhunderts öffnet am 27. Januar mit neuem Konzept. Der Rundgang von romantischer Landschaftsmalerei über Meisterwerke des deutschen Impressionismus und abstrakte Kunst der Nachkriegszeit bis zu Erwerbungen der documenta wird um 50 Arbeiten ergänzt, die im Depot aufbewahrt wurden oder neu in die Sammlung kamen, darunter die jüngsten Ankäufe von Miriam Cahn, Nevin Aladag, Susan Hiller und Edi Hila.

In den Fokus rücken mit eigenen Räumen die französische Malerei des 19. Jahrhunderts und die Düsseldorfer Akademie. Ein Raum widmet sich Werken der 1960er- bis 1980er-Jahre, die sich mit Material und Bewegung beschäftigen. Auch restauriertes kinetisches Objekt von Harry Kramer wird präsentiert.

Als erste Sonderausstellung wird vom 18. Mai bis 23. September unter dem Titel „Die Kunst zu sammeln“ die Kasseler städtische Kunstsammlung präsentiert. Ab dem 19. Oktober bis Februar 2019 werden anlässlich seines 70. Geburtstags Werke von Bernd Zimmer zu sehen sein. Der Mitbegründer der Galerie am Moritzplatz in Berlin wurde in den 70ern mit einer „heftigen“ Malerei als „Neuer Wilder“ bekannt.

Schloss Wilhelmshöhe

In der Gemäldegalerie Alte Meister steht die Sonderausstellung „In ganzer Größe! Porträts von Tizian und Tischbein“ (9. Februar bis 5. August) bevor. Anlässlich der Erwerbung eines bislang unbekannten Porträts des Duc de Châtillon von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. werden im Florasaal erstmals alle lebensgroßen Porträts in ganzer Figur aus des Museums versammelt. Das bietet die Chance, Gemälde unter anderem von Tizian, Rubens, Van Dyck und Rembrandt miteinander zu vergleichen. Dazu gehört auch das für die Ausstellung restaurierte Porträt einer englischen Prinzessin von Francis Cotes.

Ab dem 14. Juni wird die Dauerausstellung mit der Wiedereröffnung des großen „Romsaals“ um einen sammlungsgeschichtlichen Teil erweitert, der sich besonders den Ankäufen des Landgrafen Friedrich II. widmet. Titel: „250 Jahre Antikensammlung“.

Am 16. November wird die Sonderausstellung „Schöne Bescherung! Weihnachten im Schloss Wilhelmshöhe“ beginnen.

Landesmuseum

2018 jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkriegs - ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Die Folgen dieser „Urkatastrophe“ und die gegensätzlichen Erfahrungen und Empfindungen zwischen Aufbruchsstimmung und Ängsten in den ersten Jahren nach Kriegsende betrachtet ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der MHK mit dem Stadtmuseum. Im Hessischen Landesmuseum öffnet die Schau „1918. Zwischen Niedergang und Neubeginn“ am 12. November (bis 28. April).

www.museum-kassel.de

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