Poetry Slam: Gags schlugen Tiefsinnigkeit

Kassel. Fußball-WM, wohin man schaut. Nachvollziehbar, dass auch der 24. Poetry Slam in der Kulturfabrik Salzmann unter dem Teamgeist-Gedanken stand und die Wortgladiatoren als Mannschaften gegeneinander antraten.

Bedauerlich, aber kein Grund zum Jammern, dass fünf absagten und nur drei Teams verblieben. Die Vorgabe, selbst geschriebene Texte im Zeitlimit zu präsentieren, wurde beibehalten, statt des Poetry Slam aber spontan die Poetry Show ausgerufen. Geboten wurde vergnügliche Unterhaltungs-Poesie mit skurriler Pointierung und humorvollen Überzeichnungen.

Mal als Mono-, mal als Dialog, mal gerappt, mal bewusst theatralisch aufgebläht, sorgten die Wortkünstler für beste Stimmung bei den zumeist jugendlichen 100 Besuchern. Die Performance dominierte meist den Inhalt, der Gag die Tiefsinnigkeit, aber genau das kam bestens an.

„Warum haben du Fliegenschiss?“, lässt zum Beispiel der Heidelberger Karsten Hohage in seinem Text über seine Flugangst einen ausländischen Kumpel fragen. Er trat mit dem Heilbronner Slammaster griechischer Abstammung Nektarios Vlachopoulos an.

Die Haut als zentrales Organ für Sinn, Berührung und Leben stellten Etta Streicher und Wolfgang Fiege in den Mittelpunkt. Das Kasseler Gespann Gudrun Fischbach und Klaus Henning überzeugte mit einem gruselig-witzigen Text über einen nekrophilen Totengräber. Applaus auch für die Späße des jugendlichen Moderators Berat Ylmaz.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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