Pole erzählt Polenwitze: Der Comedian Marek Fis in Vellmar

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Kabarettistische Achterbahnfahrt: Der polnische Comedian Marek Fis im Bürgerhaus Vellmar-West.

Kassel. Wenn in Deutschland ein Pole Polenwitze erzählt, dann braucht sich ein Deutscher nicht mehr die Frage stellen, ob das politisch korrekt ist, wenn er dabei vor Lachen vom Hocker rutscht.

Also, Feuer frei, sagte sich der in Slupsk, Polen, geborene Comedian Marek Fis alias Wojciech Oleszczak bei seinem aktuellen Bühnenprogramm „Ein Pole packt ein/aus“. Im voll besetzten Bürgerhaus in Vellmar nutzte er die Unbefangenheit seines Publikums für eine im Niveau sehr heterogene Show.

„Brandneue Technik: Keyless go – ein Auto ohne Schlüssel starten. Von wegen: Das kennen wir Polen schon seit fast 30 Jahren.“ Der selbst ernannte Ostblock-Latino machte sich lustig über den deutschen Humor. Er präsentierte einen dreidimensionalen Zotensprint durch die Stereotypen länderspezifischer Verfehlungen mit einer Prise Charlie Hebdo. „In Europa dürfen muslimische Frauen sogar Auto fahren. Den Fiat Burka. Plane drüber und vor der Windschutzscheibe ein Schlitz zum Durchsehen.“

Dagegen lässt sich die Behauptung, „ob du in Russland für Menschenrechte demonstrierst oder in Zwickau ’ne Dönerbude eröffnest, das kommt aufs selbe raus“, im durchaus hochfrequenten Gedankenmodus einsortieren. Allerdings verweilte er auf diesem Qualitäts-Plateau nur für maximal einen Lacher. Dann ging es wieder steil bergab in die Niederungen des Straßenhumors.

„Euer Weihnachtsmarkt ist ein Witz. Wir brauchen keine Buden zum Saufen. Und euer Glühwein hat gerade mal so viel Prozent wie unser Leitungswasser.“ Polen sind trinkfester, lockerer und die besseren Gauner. Diese Hypothese, ob sie nun stimmt oder nicht, ist wahrlich nicht neu. Aber Marek Fis hat einfach den schönsten Akzent und die bescheuertste Mimik dazu. Großer Applaus.

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