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Politik und Party: Rapper Megaloh aus Berlin und Pimf aus Hofgeismar im Kulturzelt

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Die Hip-Hop-Hand nach oben: Der Berliner Rapper Megaloh machte es dem Kulturzelt-Publikum vor.
Die Hip-Hop-Hand nach oben: Der Berliner Rapper Megaloh machte es dem Kulturzelt-Publikum vor. © Dieter Schachtschneider

Am Dienstag Abend spielte der Berliner Rapper Megaloh mit dem Hofgeismarer Rapper Pimf als Vorband vor dem Kulturzelt-Publikum.

Kassel – Bevor der Rapstar Megaloh die Bühne betrat, heizten der Hofgeismarer Pimf und seine Crew als Vorprogramm das Publikum im Kulturzelt am Dienstagabend mit seinem aktuellen Projekt „final.wav“ ein. Dafür brachte er die Menge auf Touren und fand mit seinem Song „Halitstadt“ über die NSU-Morde auch deutlich politische Worte gegen rechts.

Im Anschluss kam der Berliner Rapper Megaloh zu tosendem Applaus auf die Bühne. Mit seiner markanten, tiefen Stimme riss er das Publikum spätestens mit seinem zweiten Song „Dr. Cooper (Ich weiss)“ mit, das den eingängigen Refrain lauthals mitrappte. Dazu streckte Megaloh mit seinen Fans die Hip-Hop-Hand hoch oder bouncte zu elektronischeren Beats. DJ, Keyboarder und Schlagzeugerin erinnerten durch einen Mix aus Livemusik und elektronischen Beats an Oldschool-Hip-Hop. Das sorgte für eine mitreißende Atmosphäre, die oft die Hände nach oben schnellen ließ. Die Stimmung im mittelmäßig gefüllten Kulturzelt war durchgängig gut. Zwischendurch erzählte Megaloh Anekdoten, zum Beispiel über ein gescheitertes Label und Schwierigkeiten in seinem Leben als Musiker.

Das Publikum machte die Bewegungen mit und sprang bei manchen Liedern sogar im Moshpit. Trotzdem gab es auch ruhigere Momente: Bei dem Song „Licht“ aus seinem im September erscheinenden Album „Drei Kreuze“ erzählte der 41-Jährige, dass er das Lied unter Tränen für seinen Sohn geschrieben hat. Kurze Zeit später wurde es auch politischer, als Megaloh a cappella über den NSU und Rassismus rappte und darauf hinwies, dass globale Probleme nicht mit nationalistischem Denken lösbar seien. Anschließend bat er darum, die rechte Faust aus Solidarität mit Afrika zu erheben und spielte das Lied „Lang lebe Afrika“ seines Projekts BSMG.

Nach dem ersten Abschied kam der Rapper nach ohrenbetäubenden Zugaberufen zurück auf die Bühne. Gerade bei dem Song „Wer hat die Hitze“ schien es so, als ob die Menge noch lange nicht gehen wollte. Megaloh ließ es sich nicht nehmen, dabei zwischen die Zuschauer zu springen, und tanzte mit ihnen in einem Kreis vor der Bühne. So endete der Abend, wie er sich durchgängig anfühlte: sehr nah am Künstler.

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