Politisch, emotional, abgedreht: Das Kasseler Dokfest

Abgründe der Pubertät: Von Teenagerjahren handelt der Animationsfilm „AlieNation“ (Bali, Mittwoch, 22.15 Uhr).

Mehr als 3000 Filme wurden für das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest eingereicht. Auch das zeigt, wie beliebt das Festival ist, das an diesem Dienstag im Gloria-Kino eröffnet wird.

Filme, die sonst in den Kinos der Region wohl fast nie zu sehen wären und Diskussionen darüber mit den eigens angereisten Machern: Das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, das heute eröffnet wird, bietet Gelegenheiten, einen Einblick in das aktuelle dokumentarische und filmkünstlerische Schaffen zu erlangen. Das Festival in Zahlen.

Ikone des Rock: Sängerin Janis Joplin steht im Zentrum des Filmporträts „Janis: Little Girl Blue“ (Gloria, Mittwoch, 22.15 Uhr). Fotos: nh

5 Preise werden vergeben. Bereits ein Klassiker ist der seit 2001 etablierte Goldene Herkules, der einen herausragenden Film aus der Region würdigt und schon viele Karrieren aus Kassel und Umgebung befördert hat. Es gibt ferner die Preise Goldener Schlüssel (Nachwuchsarbeit), Golden Cube (Medieninstallation) und A38-Produktionsstipendium (ungewöhnlicher künstlerischer Blick) und dazu erstmals den Ehrenpreis des Festivals. Er wird diesmal vergeben an Raymond Ley, aus Kassel stammender Meister des TV-Dokudramas.

16  Worte ist der längste Filmtitel im Festival lang: „New Improved Institutional Quality: In The Environments Of Liquids And Nasals A Parasitic Vowell Sometimes Develops“ - der zehnminütige Experimentalstreifen von Owen Land mit dem Nonsenstitel veralbert IQ-Tests.

24 Minuten klingt Baunatal: Studierende der Kunsthochschule haben eine Klanginstallation zu Kassels Nachbargemeinde gemacht - an einem Feldrand ist 24 Stunden lang Soundmaterial aufgenommen und auf 24 Minuten verdichtet worden.

Mitgründer der Satirezeitschrift Charlie Hebdo: François Cavanna, dem die Doku „Cavanna“ ein Filmdenkmal setzt (Filmladen, Donnerstag, 12 Uhr).

26 Kurzfilmprogramme sind zusammengestellt worden. Dies ist die Festivalsektion für das Schräge, Animationen, Experimentelles in der Kompaktform - das geht von Griechenland in der Krise über die Vormacht der Großkonzerne bis zu Ausdrucksformen der Liebe.

32.  Ausgabe des Festivals, das von Doku-Enthusiasten gegründet wurde, die zum Teil immer noch am Programm mitwirken.

150 „Gasteltern“ beherbergen Filmemacher bei sich - ein Beispiel dafür, dass bei aller Professionalisierung das ehrenamtliche Engagement immer noch enorm ist - ebenso wie die Verankerung in der Region.

271 Filme werden in vier Kinosälen gezeigt, 3014 Filmbewerbungen hatte es gegeben, Filmen im digitalen Zeitalter ist günstiger, deshalb wächst die Zahl der Regiearbeiten ebenso wie die Menge jener Filme, die nicht von ausgebildeten Profis erstellt wurden.

500  Quadratmeter groß ist die Dokfest-Lounge in der Weinkirche, wo 24 Künstler bis zum Morgengrauen live Videos gestalten.

Service 

Eröffnet wird das Festival an deisem Dienstag, 19.30 Uhr, im Gloria-Kino, es geht bis Sonntag. Der Festivalcounter ist beim Offenen Kanal, Kulturbahnhof Kassel, Rainer-Dierichs-Platz 1.

Festivalorte 

Kinos: Bali, Kulturbahnhof, Tel.: 0561-710550 Filmladen, Goethestr. 31, Tel.: 0561-7076422 Gloria Kino, Fr.-Ebert-Str. 3, Tel.: 0561-7667950 Standorte der Ausstellung Monitoring: Kasseler Kunstverein, Friedrichsplatz 18, Kulturbahnhof: Südflügel und Räume von Stellwerk, Galerie Coucou, Elfbuchenstraße 20.

DokfestLounge 

Weinkirche,Werner-Hilpert-Str. 22, Mi bis Sa ab 22.30 Uhr, Live-Programm ab 23.30 Uhr.

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