TV-Kritik

Polizeiruf 110: "In Flammen" ist menschlich, aber nicht authentisch

+
Sturköpfe: Charly Hübner (links) und Patrick von Blume. 

Ein Flüchtling, der für Rassisten Wahlkampf betreibt? Der Rostocker "Polizeiruf" bot viele ambivalente Charaktere. Ganz logisch handelten die aber nicht, findet unser Autor.

Eigentlich hat ein Sonntagskrimi nicht den Anspruch, die Wirklichkeit abzubilden. Der „Polizeiruf 110: In Flammen“ schien diesen Anspruch aber an sich selbst zu stellen. Aus der Darstellung der „Partei für Freiheit und Sicherheit“ ließ sich eine Abrechnung mit der AfD herauslesen, deren Hauptakteure tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten zu den Filmfiguren aufwiesen. Weitaus weniger authentisch erschienen allerdings die ermittelnden Kommissare in manchen Szenen: Etwa die allzeit idealistisch gegen die Rechten ins Feld ziehende Katrin König (Anneke Kim Sarnau), die den Hauptverdächtigen, einen syrischen Flüchtling, so ins Verhör nahm, das dieser ihr zurecht sagte: „Das ist das rassistischste, was ich mir bislang in meinem Leben anhören musste.“ 

Genauso Alexander Bukow (Charly Hübner), der sauer auf König war, weil sie ihm ein Disziplinarverfahren eingebrockt hatte. Dabei verhielt er sich so, dass er froh sein kann, wenn es nach dieser Folge nicht noch zwei mehr sind. Alles entschuldbar, wenn man bedenkt, dass der Mensch nun mal ein widersprüchliches Wesen ist. Nicht wirklich nachvollziehbar blieb allerdings, warum ein Flüchtling für Rassisten in den Wahlkampf zog, für die der fremde Glaube doch nur eine Ausrede war, um das Fremde an sich zu hassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.